15-jährige verletzt sich bei Trinkspiel Flunkyball – Keine Haftung

Ob dem Landgericht Münster zuvor das Trinkspiel „Flunkyball“ ein Begriff war, ist nicht bekannt. Es musste sich jedoch aufgrund einer Schmerzensgeldforderung einer 15-Jährigen aus Schöppingen (NRW) damit prozessual auseinandersetzen. Diese wurde bei einem „Flunkyball“ Spiel von einer ebenfalls 15-Jährigen verletzt.

Bei dem Trinkspiel „Flunkyball“ stehen sich zwei Mannschaften in einer Linie gegenüber. Dabei müssen beide Mannschaften abwechselnd eine in der Mitte platzierte Kunststoffflasche zu Fall bringen. Gelingt dies, so müssen die Spieler der erfolgreichen Mannschaft aus den vor ihr stehenden Bierflaschen so lange trinken, bis die gegnerische Mannschaft die Flasche wieder aufgestellt und den Ball eingesammelt hat.

Die Beklagte hatte die Klägerin beim Fangen des Balls gerämpelt, wobei diese gerade zum Trinken an der Flasche ansetzte. Sie verlor dabei einen Schneidezahn und musste auch an der Oberlippe genäht werden. Die Klägerin verlangte Schmerzensgeld, die Beklagte beantrage Klageabweisung.

Das Gericht wies die Klage ab, da es sich bei „Flunkyball“ um ein kampfbetontes Spiel handele und deshalb ähnlich wie bei anderen Sportarten mit erheblichem Gefährdungspotential wie Fußball oder Rugby die Haftung ausgeschlossen sei.

Der Anwalt der Klägerin hielt es für denkbar, die nächste Instanz anzurufen. Ob dies jedoch passiert ist, darüber finden sich keine Informationen.

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  • Dagmar

    Das war doch schon vor über 2 Jahren! Auch wenns eine Erleichterug für jeden begeisterten Spieler ist, wäre Aktualität auf einer Seite die Gerichtsurteile kommentiert angebracht.

  • Stefan Maier

    Hallo Dagmar,

    vielen Dank für den Kommentar!

    Aktuelle Urteile findet man bei uns in der Kategorie „Nachrichten“. Artikel in den Kategorien „skurrile Urteile“ und „Recht schlüpfrig“ sind dagegen schon ältere Urteile, die aber dennoch lesenwert sind.

    Gruß
    Stefan Maier

  • Nimulos Maltibos

    „Das Gericht wies die Klage ab, da es sich bei „Flunkyball“ um ein
    kampfbetontes Spiel handele“

    Ich weiß nicht, ob ich den Begriff „kampfbetont“ falsch verstehe, aber in all den Runden Flunkyball denen beizuwohnen ich das Vergnügen hatte ist noch nie was passiert, was über den Schweregrad von Verschlucken oder gerufenen Profanitäten oder gelegentlich im den Umständen nach zu erwartenden angeheiterten Zustand stolpern hinausging.

    „und deshalb ähnlich wie bei anderen
    Sportarten mit erheblichem Gefährdungspotential wie Fußball oder Rugby“

    Selbst bezogen auf den Wettkampfcharakter ist mir noch nie eine Runde untergekommen, die annähernd so kontaktintensiv oder gefährlich wie Fußball oder Rugby war, vielleicht spiel ich ja mit den falschen Leuten dass uns nie was passiert.

    „die Haftung ausgeschlossen sei.“

    Da stimme ich allerdings zu, es ist ein Spiel. Da hat eine nicht ganz aufgepasst, das kommt mit etwas Ethanol im Kreislauf gern mal vor, dann passiert ein Unfall, das ist halt Teil des Risikos. Mit wem spielen die dass die bereit sind, einander zu verklagen wegen ner kleinen Panne? Klar ist das schmerzhaft und vermutlich auch teuer zu richten, aber dann gleich ne Klage anzustrengen wirkt irgendwie übertrieben.