Beamtin verletzt sich auf Dienstreise beim Sex – Arbeitsunfall?

Der australische High Court hatte sich mit einem kuriosen Fall zu beschäftigen, der über einige Jahre durch mehrere Instanzen der australischen Justiz ging. Dabei war zu klären, ob es sich bei einem Sex-Unfall um einen Arbeitsunfall handelt.

Die Klägerin, eine Beamtin, befand sich während einer Dienstreise in einem Motel. Dort schlief sie in ihrem Hotelbett mit einem Mann. Während des Beischlafs wurde ein Lampe aus der Wand gerissen. Die Scherben dieser Lampe verletzten die Klägerin an Nase, Mund und Gesicht.
Die Beamtin sah das Geschehene als Arbeitsunfall an. Schließlich ereignete sich der Unfall während der Dienstreise und das Zimmer im Motel sei vom Arbeitgeber gebucht und bezahlt worden. Sie verlangte von Comcare, der Behörde für Arbeitsplatzsicherheit im öffentlichen Dienst, Schmerzensgeld für die erlittenen Verletzungen sowie ein posttraumatisches Stress-Syndrom welches ferner Folge des Unfalls gewesen sei.

Nach immerhin 6 Jahren urteilte dann der High Court: Der Frau steht kein Schmerzensgeld zu. Der Beischlaf ist nicht als Diensthandlung zu werten, so wie es zum Beispiel beim Duschen während einer Dienstreise der Fall sein kann. Sex ist keine im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit vom Arbeitgeber erwartete Handlung.

Der australische Arbeitsminister erklärte, das Urteil sei schon alleine aufgrund gesunden Menschenverstandes unumgänglich gewesen. Ferner „schützte die Entscheidung die Bedeutung der Arbeitsplatzsicherheit, der eine Trivialisierung drohte“, sagte er gegenüber dem Rundfunksender ABC.

Fundstelle:
High Court Of Australia, COMCARE v PVYW[2013] HCA 41 – Urteil vom 30.10.2013

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,