Deutsche Richterin lässt Penis des Angeklagten vermessen

Ein 54-jähriger Postbote ist vorm Amtsgericht Leer (Ostfriesland) wegen Exhibitionismus angeklagt worden. Der Vorwurf: Er soll im letzten Jahr einer 16-jährigen Schülerin ein Nachnahmepaket mit offenem Hosenstall zugestellt haben, sodass sein Penis raushing. Die geschockte Schülerin berichtete am Abend desselben Tages ihrer Mutter von dem Vorfall und beide sind sofort zur Polizei und zeigten den Postboten an.

Nachdem der Postbote vor Gericht bestritt, dass sein Penis raushing, sagte die Mutter der Schülerin, als Zeugin geladen: „Meine Tochter sagte, sie hätte sogar die Eichel gesehen.“

Verteidiger Lutz Winkler (61) kontert: „Das ginge nur, wenn mein Mandant beschnitten wäre.“

Die Tochter: „Ich habe aber etwas Fleischfarbenes gesehen!“

Daraufhin meldet sich die Ehefrau des Angeklagten zu Wort: „Entschuldigung Schatz, aber dein Penis ist zu kurz, der kann nicht raushängen!“

Nun schlägt der Verteidiger des Mannes vor, die 36-jährige Richterin soll den Penis des Mannes in Augenschein nehmen. Diese lehnte ab und forderte ein Gutachten.

Die Richterin: „Wenn die Ehefrau sich vor Gericht derart deutlich äußert, muss ich dem nachgehen. Es ist sicher die einfachste Möglichkeit, es in der Rechtsmedizin in Oldenburg klären zu lassen, wie viele Zentimeter es nun sind.“ So einen Fall habe sie bisher aber noch nie gehabt.

Verteidiger Winkler begrüßt das: „Wer weiß, was die junge Frau wirklich gesehen hat. Mein Mandant will einen richtigen Freispruch. Deshalb haben wir eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldzahlung abgelehnt. Da bleibt doch immer was hängen …“

Wann der Angeklagte nun zur Penisvermessung antreten kann, sei noch unklar.

Fundstelle:
oz-online vom 21.08.2014

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  • boris maskow

    ich finde ja nicht, dass hier § 81d stpo entgegengestanden hätte. richterlicher augenschein hätte zu einer schnellen beendigung des verfahrens führen können.

    • Grandios:

      Verteidiger Winkler begrüßt das: „(…) Da bleibt doch immer was hängen …“

  • … zumal damit die Kernfrage, ob „“er““ heraushängen konnte, viel schneller und kostengünstiger hätte geklärt werden können. ;-)