Escort und Sex-Seiten im Dienst? Justizministerium prüft Vorwürfe gegen Hannovers Landgerichtspräsidenten

Seit April dieses Jahres ist Dr. Ralph Guise-Rübe (47) Präsident am Landgericht Hannover und sieht sich nun schlüpfrigen Vorwürfen der Opposition in Form der CDU-Landtagsfraktion ausgesetzt. Guise-Rübe wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Hildesheimer Landgerichtspräsident (2009 bis 2014) seinen Dienst-PC für private Zwecke genutzt zu haben. So soll er angeblich Erotikseiten besucht haben, darunter auch solche für käufliche erotische Dienstleistungen (Escort-Service).

Der Landesregierung liegt eine parlamentarische Anfrage vor, in der es heißt: „Hat der heutige Präsident des Landgerichts Hannover (…) in einer seiner vorherigen Funktionen einen Dienst-PC für private Zwecke genutzt?“ Und dann detaillierter: „Welche Internetseiten wurden dabei (…) aufgerufen? Waren darunter auch Internetseiten mit erotischen Darstellungen oder Seiten, auf denen erotische Dienstleistungen vermittelt bzw. feilgeboten werden?“ Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU Jens Nacke gab gegenüber BILD an: „Wir haben entsprechende Informationen aus verlässlicher Quelle erhalten und wollen, dass die Vorwürfe aufgeklärt werden.“

Schon seit längerer Zeit ist Jens Nacke in Sachen Guise-Rübe wegen einer Dienstwagen-Affäre aktiv: So soll sich Guise-Rübe zu seiner Zeit als Hildesheimer Landgerichtspräsident nachgewiesen unrechtmäßig chauffieren lassen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die BILD konfrontierte Guise-Rübe mit den Vorwürfen. Der Jurist reagierte überrascht: „Da ist absolut nichts dran. Ich kann ausschließen, jemals eine Seite mit erotischem Inhalt über meinen Dienst-Rechner aufgerufen zu haben.“  Er werde sofort die Überprüfung seiner Verbindungsdaten durch den zentralen IT-Betrieb veranlassen. Die Verbindungen ließen sich bis Februar rekonstruieren.

Mehr Sachlichkeit hingegen fordert Grant Hendrik Tonne, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion: „Es ist maßlos übertrieben, dass die Opposition an jeder Stelle einen Skandal hochziehen will.“

Das Justizministerium will die Vorwürfe aufklären.

Quelle: Bild.de vom 15.08.2014

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