Pornofilm-Dreh in der Kirche – Darstellerin von der Polizei geschnappt

In der Pfarrkirche der oberösterreichischen Gemeinde Hörsching (bei Linz) wurden vor einigen Wochen zwei Pornofilme gedreht und im Internet zum Download angeboten. Dies sorgte in Österreich für viel Wirbel. Die Filme verbreiteten sich sehr schnell, vor allem via Handy. Nachdem er von Jugendlichen auf die Filme aufmerksam gemacht wurde, erstattete der Pfarrer der Gemeinde Strafanzeige. Der Pfarrer habe sich die Videos detailliert beschreiben lassen und angeblich nicht selber angesehen.

Auf den Filmen zu sehen ist eine dunkelhaarige Frau mit Rosenkranz, die sich in den Bankreihen der Pfarrkirche Hörsching auszieht und explizite sexuelle Handlungen vorführt.

Die Polizeibeamten spielten die Filmszenen etlichen Porno-Szene-Insidern mit der Frage vor, ob Ihnen die Dame bekannt sei. Dies führte zum Erfolg: „Wir haben eine Verdächtige ausgeforscht. Sie ist bereits vernommen worden und hat ein Geständnis abgelegt“, sagte der Sprecher der Landsspolizeidirektion dem „Kurier“.

„Sie wollte damit angeblich bewusst provozieren und hat gehofft, innerhalb der Porno-Szene auf sich aufmerksam machen zu können. Dabei agierte die Verdächtige als Einzeltäterin ohne Komplizen. Die 29-jährige Dame erwartet ein Strafverfahren wegen „Herabwürdigung religiöser Lehren“, in Österreich strafbar nach §188 StGB. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu sechs Monate Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen.

Befürchtungen der Kirchengemeinde, dass die seit dem Pornodreh gespendeten Sakramente eventuell nicht mehr gültig seien, widerspricht der Pfarrer und beruhigt: „Die Sakramente bleiben in jedem Fall gültig. Die Kirche muss auch nicht neu geweiht werden. Unmoralische Handlungen haben darauf keine Auswirkung. Die Gegenwart Gottes lässt sich durch Sünden nicht vertreiben.“

Fundstellen: kurier.at vom 14.07.2014 sowie 07.08.2014

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  • A. Kätz

    Puh, nochmal Glück gehabt. So eine gründliche Neuweihung der Kirche wäre bestimmt teuer gekommen, wenn es fachmännisch ausgeführt werden soll.

  • Carullus

    Die Filme (es sollen zwei sein) entstanden nicht erst jetzt. Auch wenn sich das genaue Aufnahmedatum meiner Kenntnis entzieht, haben sich Kopien der Dateien mit einem Upload-Datum von Dezember 2013 gefunden. Der Film (die Dame ist sommerlich bekleidet) muss also spätestens im Sommer oder Herbst 2013 entstanden sein: da wird’s knapp mit der Verjährung; aufgrund der geringen Strafdrohung verjährt die Tat nach einem Jahr.