Arbeitsloser verklagt Sozialamt auf Kostenerstattung für Bordell-Besuche, Pornofilme und Sex-Magazine

Das Verwaltungsgericht Ansbach musste sich mit der Klage eines arbeitslosen Kfz-Mechanikers auseinandersetzen, welcher diverse „Ersatzleistungen“ verlangte, die ihm normalerweise seine Frau erbringt. Diese weilt nämlich seit einigen Jahren in ihrer Heimat Thailand – eine Heimbringung mittels Kostenübernahme für den Flug von Thailand nach Deutschland wurde zuvor bereits abgelehnt.

Die durch die fehlende Ehefrau eintretende „mangelnde Befriedigung“ führte zu einem Antrag auf Kostenerstattung „ihm die Kosten zur Befriedigung seiner im Einzelnen benannten sexuellen Bedürfnisse zu bewilligen bzw. zu erstatten“.  Auch das lehnte das zuständige Sozialamt ab – der Mann erhob daraufhin Klage zum Sozialgericht Ansbach, wo er sein Begehren weiter verfolgte.

Da er wegen der „Weigerung der Behörden, die Reisekosten für seine Ehefrau zu übernehmen, unter sexuellen Entzugserscheinungen leide, seine Ehe aber nicht gefährden wolle und daher auf die Erfüllung seiner Bedürfnisse zwingend angewiesen sei“, beantragte er:

„ihm monatlich vier Besuche im Freudenhaus zur Wiederherstellung seines psychischen sowie seelischen Gleichgewichtes zu bewilligen. Pro Besuch sind circa 100 Euro für die Dame sowie 25 Euro für die Hin- und Rückfahrt zu bezahlen“, „die Kosten für die Leihgebühren von Pornofilmen von mindestens acht Stück pro Monat, die An- und Abfahrten zur Videothek 4 mal 20 Kilometer à 0,30 Euro, sowie die Kosten für das Happy-Weekend-Magazin seit September 2003, zum Preis von 23,30 Euro pro Monat“ zu erstatten und „die Kostenübernahme von Kondomen und Zewa-Wichsboxen für das Betrachten der Filme“ zu bewilligen.

Das Verwaltungsgericht wies die Klage ab:  Die „geltend gemachten Begehren, soweit sie sich auf die sexuellen Bedürfnisse beziehen“, seien Kosten der „allgemeinen Lebensführung“ und damit bereits vom regulären Sozialhilfesatz abgedeckt

Quelle:
Focus.de vom 26.07.07
VG Ansbach, Entscheidung vom 05.03.2004 – AN 4 K 04.00052

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  • Dieses konsumorientierte Anspruchsdenken des arbeitslosen KfZ-Mechanikers erzeugt militante Salafisten.

    • wolfi

      Eure Berichte sind köstlich!

      Mitten aus dem wirklichen Leben – das könnte nicht mal der Postillon erfinden …

      Danke!