Beamter erleidet Dienstunfall durch Öffnen einer pornographischen E-Mail

Der Dienstvorgesetzte eines Polizeibeamten sendete ihm als „Highlight zum Wochenende“ eine E-Mail mit der Bilddarstellung weiblicher Geschlechtsorgane. Aufgrund dessen erlitt der Polizist nach seinen Ausführungen „krankhafte Gedanken und Impulse“.

Nachdem sein Dienstunfall zunächst nicht anerkannt wurde, erhob er vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf Verpflichtungsklage gegen das Bundesland NRW auf Anerkennung, er habe durch das Öffnen der E-Mail einen Dienstunfall erlitten.

Ein eingeschalteter Sachverständiger stellte fest, die pornographische E-Mail führe zu „regelhaften, deutlichen Beeinträchtigungen in den Alltagsfunktionen“ des Polizisten.

Daraufhin urteilte das VG Düsseldorf:

„Gemäß § 31 Abs. 1 Satz 1 Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG) ist ein Dienstunfall ein auf äußerer Einwirkung beruhendes, plötzliches, örtlich und zeitlich bestimmbares, einen Körperschaden verursachendes Ereignis, das in Ausübung oder infolge des Dienstes eingetreten ist.

Diese Voraussetzungen sind erfüllt. Das beklagte Land wird verpflichtet, das Öffnen der E-Mail als Dienstunfall mit der Folge einer Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangsgedanken anzuerkennen.“

Fundstelle:
Verwaltungsgericht Düsseldorf, Urteil vom 02.11.10 – AZ:23 K 5235/07
Auch bei: Ralf Mydlak

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  • Was es nicht alles gibt…

  • Lutz Jankus

    Und da soll man Polizisten noch ernst nehmen? Was für Pfeifen sind das denn im Staatsdienst? Ein Polizist erlediet Zwangsstöreungen beim Betrachten eines Pornobildes, eine Lehrerin wird für Monate krank, weil ein Schüler eine Pistole zeichnet, und und und ….
    Was ich mich frage: Warum erleiden Rechtsanwälte oder Gebrauchtwagenhändler oder der Würstchenverkäufer auf dem Weihnachtmarkt keine solchen Erkrankungen aus vergleichsweise banalem Anlaß? Könnte es daran liegen, daß sie selbständig oder in der freien Wirtschaft angestellt sind?