Jackpotgewinn in der Spielhalle rettet 37-jährigen Bochumer vor dem Knast

Der 37-jährige Koch Artur P. ging vor ein paar Tagen mit seinem letzten 20 Euro Schein in eine Spielhalle im Bochumer Stadtteil Hamme. Um 22:30 Uhr kontrollierten dort routinemäßig zwei Polizisten in zivil alle Gäste. Der Koch saß gerade spielend am Delfin-Automaten und geriet ins Schwitzen: Wegen einer Widerstandshandlung hat der Mann noch eine Geldstrafe in Höhe von 710 Euro offen gehabt, weswegen eine Ersatzhaft von 71 Tagen angeordnet wurde. Als die beiden Polizisten bei der Kontrolle dies über Funk erfuhren, gab Artur P. zu, das Geld nicht zu haben und dachte schon, er muss ins Gefängnis, als die Polizisten die Handschellen zückten. Dann aber eine Überraschung…

Auf einmal erscheinen auf seinem Automatenbildschirm 5 Muscheln nebeneinander: Er gewann den Jackpot am Delfin-Automaten in Höhe von 1200 Euro. Trotzdem fiel es Artur P. schwer, die 710 Euro Strafe noch vor Ort zu begleichen. Seine Frau Magdalena (36) sagte: „Eigentlich wollte er lieber mir das ganze Geld schenken, um die Wohnung zu renovieren. Aber ich habe ihm klargemacht, dass unsere Zwillinge ihren Papa in den nächsten drei Monaten lieber jeden Tag sehen..“. Artur P. kaufte sich frei und schrieb ein Stück Polizeigeschichte, wie Polizeisprecher Volker Schütte (55) zugab: „Er sicherte sich eine Top-Platzierung in den buntesten Behördenmeldungen“.

Über diese Geschichte kann sich nicht nur Artur P. freuen, sondern auch der Steuerzahler: Nach einer Auskunft des nordrhein-westfälischen Justizministers Kutschaty vom September 2013 kostet ein Tag Ersatzfreiheitsstrafe 114 Euro. Das wären hier 8094 Euro für den Steuerzahler gewesen – bei einer offenen Geldstrafe von 710 Euro.

Fundstelle: RP-Online und Bild.de vom 26.09.2014

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