Jäger baut seinen Garten in Horrorpark um – Waffenschein weg

Foto: Stadtamt Bremen

Das Bremer Stadtamt wollte routinemäßig überprüfen, ob ein Jäger alle seine 14 Waffen zu Hause vorschriftsmäßig aufbewahrt, die er besitzen durfte. Dabei wurde festgestellt, dass er eine dieser 14 Waffen zu einer Vorderschaftrepetierflinte umgebaut hat. Der Besitz von Vorderschaftrepetierflinten, bei denen der Hinterschaft durch einen Pistolengriff oder einen Klappschaft ersetzt wurde, ist in Deutschland jedoch seit dem Amoklauf von Erfurt (2002) verboten. Privatpersonen benötigen zum legalen Besitz einer solch modifizierten Waffe eine Ausnahmegenehmigung des Bundeskriminalamts. Sie wurde jedoch bislang nie erteilt. Daraufhin untersuchten Spezialeinsatzkräfte der Polizei sein Grundstück und entdeckten, dass der Mann das gesamte Grundstück mit Stacheldraht abgesichert und in eine Art Horrorpark umgebaut hat:

Darunter beispielsweise eine selbst gebaute Guillotine, einen Galgen, Totschläger, eine manipulierte Gaspistole, ein Bolzenschussgerät, Äxte, Totenköpfe, Kanonen und weitere unzählige Waffen sowie selbst gebaute waffenähnliche Gegenstände.

„Er hatte da auch Schwarzpulver gelagert. Die Gefahr, die von so etwas mitten in einem Wohngebiet ausgeht, ist riesengroß“, sagte die Leiterin des Bremer Stadtamtes. „Die Prüfung der zahlreichen sichergestellten Waffen werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen“. Seine Erlaubnis zum Waffenbesitz und der Jagdschein wurden dem Jäger umgehend entzogen. Einschlägig vorbestraft sei der Mann aber nicht gewesen.

Fundstelle:
Radio Bremen vom 11.08.2014

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,
  • Sven T.

    Seit wann sind „Pumpguns“, eigentlich „Vorderschaftrepetierflinte“ in Deutschland verboten? Es gibt in mehreren Verbänden schiesssportliche Disziplinen mit solchen Waffen, ich selbst besitze legal eine.
    Des weiteren ist die Lagerung von Schwarzpulver in Wohngebieten unproblematisch und durchaus legal, es kommt nur darauf an, ob die Person die entsprechende Erlaubnis hatte und die Menge.
    Bitte recherchiert doch etwas besser nach, bevor ihr den Quark, den sogenannte „Journalisten“ zum Thema Waffenrecht abgeben, hier einfach nachplappert.
    Ansonsten eine schöne Website :)

  • Juergen

    „Der Besitz von Pumpguns ist in Deutschland jedoch seit dem Amoklauf von Erfurt (2002) verboten“ – das stimmt so nicht. Verboten wurden seinerzeit nur Vorderschaftrepetierflinten bei denen statt eines Schaftes nur ein Pistolengriff vorhanden war. „Pumpguns“ mit normalem Schaft hingegen dürfen mit WBK erworben werden.

    Interessanterweise war die Begründung dafür zwar der Amoklauf – bei diesem hatte der Täter aber gar keine solche Waffe bei sich ;-)

  • Andreas Stephan

    Vielen Dank für eure Kommentare.

    Wir sind keine Waffenrechtsexperten und haben uns wohl ungenau ausgedrückt. Nach unserem Verständnis ist der Besitz von Vorderschaftrepetierflinten, bei denen der Hinterschaft durch einen Pistolengriff oder einen Klappschaft ersetzt wurde, in Deutschland seit dem Amoklauf von Erfurt (2002) verboten. Privatpersonen benötigen zum legalen Besitz einer solch modifizierten Waffe eine Ausnahmegenehmigung des Bundeskriminalamts. Sie wurde jedoch bislang nie erteilt. Eine solche hatte der Mann. Haben das mal entsprechend aktualisiert. Danke!

    Viele Grüße,
    Andreas Stephan

    • ruztrirr

      Andreas, danke für die korrektur und die Antwort. Woher stammt die Information, dass das BKA nie eine Ausnahmegenehmigung dazu erteilt hat? Die schweigen zu sowas ja sonst großflächig

  • Florian W.

    Von Juristen erwarte ich allerdings, dass hier zwischen einem Waffenschein und einer Waffenbesitzkarte unterschieden wird. Es betrifft hier in diesem Fall zwar „nur“ die Überschrift, diese ist aber unkorrekt. Die Erlaubnis nach WaffG Schusswaffen zu besitzen und ggf. die dazugehörige Munition zu erwerben heißt „Waffenbesitzkarte“. Die behördliche Erlaubnis diese Waffen in der Öffentlichkeit (außerhalb des eigenen Grundes und von Schießstätten) zu führen heißt „Waffenschein“. Der Jagdschein steht im Rahmen der erlaubten Jagdausübung dem Waffenschein gleich und berechtigt daher auch zum Führen der Waffe. Der Waffenschein ist in Deutschland recht selten, da hier eine konkrete persönliche Bedrohung nachzuweisen ist, und daher im obigen Fall sehr unwahrscheinlich.