Kein Papa für 14-Jährigen – Vaterschaftsklage scheitert an Mutters Liebesleben

Mit 14 Jahren möchte ein Junge gerne erfahren, wer sein Vater ist. Einen Strich durch die Rechnung macht ihm dabei das Beziehungsleben der Mutter des Jungen. Denn sie hatte einst eine Affäre mit zwei eineiigen Zwillingen – der tatsächliche Vater dabei unbekannt.

Mittels einer Vaterschaftsklage wollte der Junge erfahren, wer sein biologischer Vater ist. Doch vom Gericht bekam er eine Abfuhr. Weder die DNA-Analyse, noch sonstige Verfahren seien heute in der Lage, eine ausreichende Klärung bezüglich der Vaterschaft bei zwei in Frage kommenden eineiigen Zwillingen als Vater zu erzielen. Dies bestätigten die fünf beigezogenen Gutachten. Damit sei eine Vaterschaft weder juristisch, durch Zeugenaussagen, noch wissenschaftlich zu klären.

Es sei daher auch nicht zumutbar, die in Frage kommenden Väter zur Abgabe von Spermaproben oder DNA-Bestandteilen für eine Abstammungsuntersuchung zu verpflichten. Dies würde einen ungerechtfertigten Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung darstellen.

OLG-Sprecher Götz Wettich bedauert die Situation des Klägers. „Für ihn ist die Entscheidung im Ergebnis sicher unbefriedigend“. Ferner fehle dem Landkreis Hameln-Pyrmont, welcher den Eltern umfangreiche Sozialleistungen gezahlt habe, ein Kindsvater, bei welchem das Geld zurück zu holen wäre. „Aber Gerichtsverfahren bieten keinen Raum für experimentelle Grundlagenforschung“, so Wettich.

Fundstellen:
OLG Celle, Urteil vom 30.01.13 – Az. 15 UF 51/06
SPON vom 06.02.13

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