Wenn der Richter zur Entscheidungsfindung mit den Parteien einen Zitronenkuchen bäckt

Nachdem der Vermieter einen über 30 Jahre alten Backofen der Mieterin ausgetauscht hat, der zu Beginn des Mietverhältnisses mitvermietet wurde und nun kaputt war, stellte die Mieterin die Qualität des neuen Ofens in Frage. Nach ihrer Ansicht sei der Ofen zum Backen gänzlich ungeeignet. Noch nicht einmal einen einfachen Kuchen könne man damit backen, da der Ofen die Temperatur nicht halte.  Der Vermieter bestreitet all dies.

In einem ersten Gerichtstermin konnten sich die beiden Parteien nicht gütlich einigen.  Deshalb muss nun Beweis über die Qualität des Backofens erhoben werden. Der zuständige Richter am Amtsgericht Hannover kam dabei auf eine überraschende Idee: Statt ein teures Sachverständigengutachten zur Ofenqualität einzuholen, schlug er vor, das Gerät vor Ort in Augenschein zu nehmen. Dabei sollen sich die Parteien zusammen mit deren Rechtsanwälten und dem Richter in die Wohnung der Mieterin begeben und gemeinsam einen Zitronenrührkuchen backen und anschließend verkosten. Um Fehlerquellen beim Teig auszuschließen, soll eine Fertigbackmischung verwendet werden. Anschließend soll die Entscheidung des Gerichts vom Ausgang des Backversuchs abhängen.

Fundstelle: Rechtsindex.de

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