Einzige Tatzeugin verlobt sich während der Hauptverhandlung – Keine Aussage

Vor dem Landgericht Frankfurt begann gestern ein Strafprozess, bei dem einem 36-jährigen Mann zur Last gelegt wird, in der Wohnung seiner 46-jährigen Lebensgefährtin einen Gleichaltrigen mit einem Küchenmesser lebensgefährlich verletzt zu haben. Dem Opfer mussten große Teile des Darms entfernt werden. Dabei geht die Staatsanwaltschaft von versuchtem Totschlag aus. Der Angeklagte bestritt einen Tötungsvorsatz und schob die Tat auf einen alkoholbedingten „Filmriss“.

Einzige Tatzeugin der lebensgefährlichen Messerattacke ist die Lebensgefährtin des Angeklagten. Diese hat sich am ersten Verhandlungstag vor Gericht mit dem Angeklagten verlobt. Damit hat sie als Verlobte ein umfassendes Zeugnisverweigerungsrecht und muss nichts mehr aussagen.  Auch der Angeklagte gab während der Verhandlung sein Eheversprechen: „Dann sind beide spätestens seit heute verlobt“ , sagte die Vorsitzende Richterin bei dem Prozessauftakt gestern kopfschüttelnd und entließ die Zeugin.  Davor hatten Gericht und Staatsanwaltschaft die 46-Jährige intensiv zu ihrer Aussage befragt, sie sei mit dem Angeklagten verlobt. Schließlich erneuerte die Frau während des Prozesses die Ankündigung, den Angeklagten heiraten zu wollen.

Fundstelle:
Focus.de vom 08.10.2014

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  • Puh, also ich wäre an der Stelle des Opfers mal tierisch schlecht gelaunt. Also Sachen gibts. Das würde einem keiner glauben, wenn man es nicht selbst erlebt :)

    • Witzbold

      Da ja inzwischen auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen erschliessen sich völlig neue Wege der Aussageverweigerung.
      Als Unchrist kann man die Verlobung ja jederzeit wieder lösen…

  • Tommy

    Ich hab mal ein Verfahren erlebt , da hat sich eine Verlobung während der Verhandlung als unwahr herausgestellt.

    So wurde nicht nur der Prügel-Kerl wegen Körperverletzung verdonnert, sondern die verprügelte Dame bekam auch noch ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage an den Hals.

  • Thomas R.

    Zur Klarstellung:
    Die beiden haben sich, wie sie behaupten, NICHT in der Verhandlung verlobt. Sie gaben zu Beginn an, verlobt zu sein, was in Zweifel gezogen wurde. Sie haben dann vor Ort das Heiratsversprechen wiederholt, womit sie von da an zweifellos verlobt waren.