Um Strafprozess zu entgehen – Mann täuscht jahrelang Koma vor

Der Brite Alan Knight aus Swansea betrog seinen älteren Nachbarn um umgerechnet 50.000 Euro. Dafür drohte ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Um dem Prozess zu entgehen täuschte er zwei Jahre lang vor, in einem komaartigen Zustand zu sein.

Mit dieser Ausrede konnte sich Knight verschiedenen Gerichtsterminen entziehen. Mindestens zweimal ließ er sich als er vor Gericht erscheinen sollte ins Krankenhaus einweisen wegen „Verschlechterung seines Gesundheitszustandes“ und an einer Sauerstoffmaske beatmen. Angeblich sei er querschnittsgelähmt, weil ihn ein Garagentor an der Wirbelsäule verletzt habe. Er falle daher regelmäßig ins Koma. Seine Frau wusste von diesem Plan, spielte mit und „plegte“ ihn angeblich von zu Hause aus. Auf diese Weise erhielt Alan Knight auch noch Tausende Pfund aus der staatlichen Pflegekasse.

Aufgeflogen war der ganze Schwindel erst nach zwei Jahren als Ärzte im Krankenhaus den Mann beobachteten wie er heimlich aß, sein Gesicht selber abwischte und sogar schrieb. Darüber hinaus zeigten Überwachungskameras den Briten mehrfach beim Einkauf im Supermarkt und in den Ferien mit seiner Familie – ohne Behinderung. Diese Videos gelangten in die Hände der Polizei. Damit wurde er überführt.

„Ich kann mich an keinen anderen Fall erinnern, bei der eine Lüge so lange aufrechterhalten wurde, wie in diesem“, sagte ein ermittelnder Polizeibeamter gegenüber „theguardian.com„. „Sein Schauspiel kostete das Gericht und die Polizei eine Menge Geld.“

Schließlich erschien Knight im Rollstuhl mit Nackenschutz vor Gericht und gestand seine Tat. Ihn erwartet eine Gefängnisstrafe wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. Das Strafmaß wird voraussichtlich nächsten Monat verkündet.

Fundstelle:
The Guardian vom 22.10.2014

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