Voll im Trend: Junge Juristen wollen Todesstrafe und Folter

Sexualdelikte und Morde härter bestrafen? Knapp ein Drittel der Jurastudenten scheint hier tatsächlich die Todesstrafe als angemessen anzusehen. Diese und weitere Ansichten gehen aus einer interessanten Studie des Strafrechtsprofessors Franz Streng hervor.

Seit 1989 befragt dieser regelmäßig die Besucher seiner Vorlesung mittels eines anonymisierten Fragebogens nach deren Empfindungen bezüglich eines angemessenen Strafmaßes. Das Ergebnis dieser Befragung hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert.

Zu Beginn der Befragung forderten die Studenten für das Fallbeispiel „Totschlag im Affekt im Rahmen einer Trennung“ eine Haft von 6 Jahren, während das Ergebnis 2012 auf 9,5 Jahre angestiegen ist.

Noch überraschender ist die Haltung der Studenten zur Todesstrafe. Hier hat sich die Anzahl der Befürworter nahezu verdreifacht. Während sich in einer vorgelagerten Studie im Jahre 1977 nur 11,5 Prozent für die Todesstrafe aussprachen, war es 2012 bereits etwa ein Drittel der Befragten.

Ebenfalls befürworteten fast 30% der Studenten den Einsatz von Folter unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Ergebnisse der Studie stehen dabei im krassen Kontrast zur gesunkenen Kriminalität in Deutschland. Ein gewisses Unwohlsein des Autors der Studie bezüglich der Einstellung unserer zukünftigen Richter und Staatsanwälte lässt sich nicht überlesen.

Quelle:
LTO vom 14.10.14

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  • Lexi

    Ich nehme an, es liegt am allgemeinen Klientel, welches aus verschiedenen Gründen ein Interesse an den entsprechenden Laufbahnen hat.
    Stark verallgemeinert hieße das…
    Die Antwort auf die Frage „Warum sind Polizisten so gewalttätig und rechtsradikal?“ ist eine weitere Frage: „Wer will Polizist werden?“ und die Antwort darauf lautet: „Solche, welche die Gesellschaft um sich herum als zerfallend und bedroht durch andere Kulturen sehen. Solche, welche meinen, dass mehr Zucht und Ordnung durchgesetzt werden muss.“

    Bei Juristen dürfte es ähnlich sein. Menschen, welche unzufrieden mit der „fehlenden“ Todesstrafe und allgemein „zu laschen“ Gerichtsurteilen sind, haben ein vergleichsweise stärkeres Interesse an einer Position in der sie diese Situation vielleicht ändern können, während andere Menschen, welche relativ zufrieden mit der gegenwärtigen Situation sind, lieber alles so belassen wollen und einen Job suchen, welcher andere, stärkere Interessen befriedigen kann.

    • Nimulos Maltibos

      Dann sollten sie aber nicht Jurist werden, der im Rahmen des Gesetzes handeln muss, sondern eher Politiker, der den Rahmen des Gesetzes beeinflussen kann.

  • teutsch
    • Woher diese Panik ? Die Forderung, „Erkenntnisse“ aus Folterstaaten zu verwerten bezog sich 2005 auch auf Syrien, glücklicherweise lieferte Assad später das ganze Sarin freiwillig ab. Der Lieblingsfolterer unserer juristischen Elite war zwischenzeitlich in Ungnade gefallen.

  • gonsior

    Ist doch egal. bis dieses gesindel am drücker ist, sind wir alle über 60.
    und nach uns die sintflut. was schert und die alter-voll-krass-generation. sollen die in ihrer eigenen geistigen sondermüll untergehen.

    • F. Knecht

      Fun Fact: Man kann auch 70-jährige foltern.
      Macht sogar mehr Spass. Und wehren kann der sich auch schlechter als ein Junger. Körperlich wie juristisch (fehlendes Geld für -gute- Anwälte).

  • Ob es nur Zufall ist, dass auch gerade in jeder Jura-Klausur und im Staatsexamen durchschnittlich etwa immer 1/3 durchfallen? :)