Der Versuch, die Brustverkleinerung von der Steuer abzusetzen

Bei der Einkommenssteuererklärung versuchte eine Mutter die Bruststraffung und Brustverkleinerung ihrer Tochter steuerlich geltend zu machen. Das Finanzgericht hatte über die Möglichkeit einer steuerlichen Berücksichtigung der Operationskosten zu entscheiden.

Eine Frauenärztin attestierte, dass die deutliche Ungleichheit der Brüste bei der Tochter zu einer gravierenden psychosomatischen Belastung mit Störungen des Körperbildes und des Selbstwertgefühls führe. Die psychische Belastung gipfelte in depressiven Erscheinungen sowie Problemen hinsichtlich Partnerschaft und Sexualität.

Der Versuch die Operationskosten in Höhe von 4.600 Euro von der Krankenkasse erstattet zu bekommen schlug fehl, da diese eine medizinische Notwendigkeit des Eingriffes verneinte. Mit demselben Argument stellte sich das Finanzamt gegen eine steuerliche Berücksichtigung der Operation. Es stufte den Eingriff als Schönheitsoperation ein.

Der Streit musste schließlich vom Finanzgericht entschieden werden. Das Gericht gab dem Finanzamt Recht. Es befand, dass die Operationskosten nicht als außergewöhnliche Belastung qualifiziert werden könnten. Ferner seien vorbeugende Aufwendungen ein freier Willensentschluss und deshalb den nicht abzugsfähigen Kosten der Lebenshaltung zuzurechnen. Anderes käme nur bei Beschwerden mit Krankheitswert in Betracht.

Zur Beurteilung eines etwaigen Krankheitswertes stellte das Finanzgericht auf die Rechtsprechung der Sozialgerichte ab und verneinte das Vorliegen eines solchen im Ergebnis.

Fundstelle:
rechtsindex.de vom 27.10.14; Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 20.05.14 – 5 K 1753/13

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  • Tja, keine Mäuse für die Möpse. ;-)

    • Some1

      JAIN, es war vielleicht nur eine ungünstige Konstellation.
      Hätten sie die andere Brust aufpolstern lassen wäre ihnen der Segen männlicher Richter wohl wahrscheinlicher gewesen. Welcher Mann zahlt schon für eine Brustverkleinerung?