Eingeschlafen und vom Stuhl gefallen – Arbeitsunfall?

Das Sozialgericht Dortmund hatte in einer ungewöhnlichen Rechtssache zu entscheiden. Eine Gastwirtin war während der Arbeitszeit eingeschlafen, vom Stuhl gefallen und hatte sich dabei verletzt. Sie verlangte daher Zahlung aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Das Sozialgericht sah vorliegend keinen Anspruch seitens der Klägerin gegeben. Im Urteil gab es jedoch folgende bemerkenswerte Ausführung bezüglich der Qualifzierung des Einschlafens am Arbeitsplatzes als Arbeitsunfall zu lesen:

Wer während der Arbeit einschläft, von einer Sitzgelegenheit fällt und sich dabei verletzt, hat nur dann einen Arbeitsunfall erlitten, wenn er infolge betrieblicher Überarbeitung vom Schlaf übermannt worden ist oder der Schlaf am Arbeitsplatz sich auf andere betriebliche Gründe zurückführen lässt.

Dieser Satz scheint viele Leser an das Beamtentum erinnert zu haben. So finden sich bei der Internetrecherche nach dem Aktzenzeichen des Falles eine Fülle von Berichten zu diesem Urteil, nach welchen es ein Beamter gewesen wäre, der während der Dienstzeit mit seinem Bürostuhl fort gerollt sei und sich beim Sturz von selbigem die Nase gebrochen hätte.

Interessant wäre freilich der Ausgang der Entscheidung, hätte das Gericht tatsächlich diesen Fall des Arbeitsschlafes zu bewerten gehabt.

Fundstelle:
Sozialgericht Dortmund, Urteil vom 22.09.98, S36 U 294/97

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  • Das sind wunderbar kuriose Urteile. Das macht große Freude, zu lesen. Weiter so! Das ist sicherlich auch für Studierende unserer Fakultät interessant. Gern würde ich Ihre Seite auf unserem Blog http://www.hhn-iblog.de einbinden.

    • Stefan Maier

      Hallo Frau Demsar,

      vielen Dank.

      Über eine Verlinkung in Ihrem Blog würden wir uns natürlich freuen!

      Freundliche Grüße
      Stefan Maier

      justillon.de