Falsche Rechtsanwältin aus Unterfranken bearbeitet über 30 Verfahren

Eine 42-jährige Frau aus dem Odenwald soll seit Mitte des Jahres über 30 außergerichtliche und gerichtliche Verfahren im Bereich Zivilrecht und Strafrecht als Rechtsanwältin in einer Kanzlei im Kreis Miltenberg bearbeitet haben. Entsprechende Vollmachten soll sie von einem niedergelassenen Rechtsanwalt erhalten haben.

Ein abgeschlossenes Jurastudium kann die Dame nicht vorweisen. Nach Verdachtsmomenten wurden von der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg gegen die Frau und den Anwalt aus dem Kreis Miltenberg Durchsuchungsbeschlüsse erlassen und wegen Missbrauchs von Titeln ermittelt. Die Räumlichkeiten der beiden wurden bereits letzte Woche durchsucht.  Die Frau habe zwar nachweislich ein Jurastudium begonnen, dieses aber wieder abgebrochen. Bei den regelmäßigen Prüfungen der Vollmachten hätten die Gerichte keine Auffälligkeiten feststellen können. Nach ersten Erkenntnissen soll sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an die Vollmachten gelangt sein. Warum der Rechtsanwalt die Frau ohne Studienabschluss bevollmächtigte, ist derzeit noch fraglich und Gegenstand der Ermittlungen.

Fundstelle:
Polizei Bayern vom 07.11.2014

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  • Some1

    Falls die Justiz jetzt eine Software zur Rasterfahndung nach „offenkundig unfähigen“ Anwälten einsetzt wird es aber für so manchen Anwalt eng. Bzw. Erklärungsnot. Hoffentlich haben die ihre Zeugnisse noch…