Ice-Bucket-Challenge im Operationssaal – Außerordentliche Kündigung

Unlängst war sie noch medial omnipräsent und in aller Munde – schon scheint man sie vergessen zu haben: Die ALS Ice-Bucket-Challenge war eines der großen Themen dieses Sommers. Doch die Nachwirkungen des Eiswürfelgießens beschäftigen tatsächlich sogar bis heute Richter am Arbeitsgericht Lübeck.

Eine OP-Leiterin hatte sich vor laufender Kamera einen Eimer Eiswasser über den Kopf gießen lassen und das entstandene Video bei Facebook geteilt. Dabei forderte sie jedoch nicht zu einer Spende zugunsten der Bekämpfung der Krankheit ALS, sondern zugunsten eines Tierheimes auf. Die Klinik sah darin einen Verstoß gegen Hygienevorschriften und das Verhalten der Frau für eine leitende Angestellte nicht tragbar.

Das Angebot der Klinik, ihr Arbeitsverhältnis als Krankenschwester fortzusetzen, lehnte die ordentlich nicht mehr kündbare OP-Leiterin ab. Die Klinik kündigte dieser sodann außerordentlich. Dagegen wehrte sich die Angestellte mit einer Kündigungsschutzklage. Sie führte an, der OP-Saal sei zum betreffenden Zeitpunkt noch gar nicht endgereinigt gewesen. Ferner habe sie das Video im sozialen Netzwerk nur im engsten Bekanntenkreis geteilt.

Zu einer Entscheidung des Gerichtes kam es jedoch nicht, da sich die Parteien im Vorhinein außergerichtlich geeinigt haben.

Quelle:
Beck Blog vom 02.11.2014
Arbeitsgericht Lübeck, Aktenzeichen 4 Ca 2333/14

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  • Some1

    reduziert die Information „die ordentlich nicht mehr kündbare OP-Leiterin“ den Sachverhalt nicht auf das Wesentliche? Man suchte und fand einen Anlass, eine Unkündbare zu kündigen.

    • Ja das stimmt. Wer einen Grund sucht, findet auch einen :)