„König von Deutschland“ lehnt Gerichtsverhandlung ab und will gehen

Vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau spielten sich kuriose Szenen ab, als der 49-jährige selbst ernannte „König von Deutschland“ Peter Fitzek sich seinem Strafprozess wegen Verstoßes gegen das Versicherungsgesetz stellen sollte. Er teilte dem Richter und dem Staatsanwalt mit, sie seien für ihn nicht zuständig, bei Interesse könnten sie ihm aber eine Bewerbung für sein „Königreich“ schreiben.

Mit den Worten, das Verfahren sei gescheitert, wollte der selbst ernannte König das Gerichtsgebäude verlassen, noch bevor der Anklagevertreter die Anklageschrift verlesen konnte. Erst die Androhung einer sechswöchigen Ordnungshaft sowie das Einwirken von Justizbeamten brachten Fitzek dazu, doch noch seinem Prozess beizuwohnen.

Fitzek, der als gelernter Koch vor zwei Jahren in Wittenberg ein „Königreich Deutschland“ ausgerufen hatte, soll zwischen Juni 2009 und Juli 2011 mit seiner „NeuDeutschen Gesundheitskasse“ insgesamt 360.000 Euro vereinnahmt haben.  Nach eigenen Ausführungen sei es dem „König“ nur um die Verbesserung des Systems gegangen. Er suche nach neuen Wegen und wolle nicht Teil des bestehenden Systems sein. Auf viele Fragen des Richters hatte er keine Antworten parat.

Fitzek hatte im Herbst 2012 auf dem Gelände eines früheren Krankenhauses in Wittenberg sein „Königreich Deutschland“ ausgerufen und sich zum Oberhaupt seines Fantasiestaates ernannt.

Es ist nicht das erste Mal, dass der gebürtige Hallenser mit Behörden und der Justiz in Konflikt gerät. Aufgrund mehrerer Versicherungen und sogar einer eigenen Bank, die Fitzek ohne Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), betrieb, erfolgte im April 2013 durch Polizeibeamte im Auftrag der BaFin eine Durchsuchung des Königreichs. Wegen seiner Aktivitäten wird Fitzek vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt beobachtet.

Im Falle einer Verurteilung drohen neben dem Thronverlust eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Wer noch mehr über den selbsternannten König von Deutschland erfahren möchte, kann hier auf Youtube eine 30-minütige Dokumentation anschauen.

Fundstelle:
MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK vom 13.11.2014

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