LKW-Fahrer muss Bußgeld zahlen: Überholvorgang muss vor Verbotsschild abgebrochen werden

Das Oberlandesgericht Hamm beschäftigte sich mit einer Beschwerde eines Lasterfahrers, der das Überholen mehrerer anderer Lastwagen noch im Verbotsbereich fortgesetzt hatte und deswegen mit einem Bußgeld belegt worden war. Der LKW-Fahrer brachte vor, dass er noch vor dem Verbotsschild zum Überholen angesetzt habe und dann keine Lücke zum Einscheren gefunden habe.

Das Gericht bestätigte das Bußgeld und führte aus: Die Vorschriftzeichen 276 ‚Überholverbot für Kraftfahrzeuge aller Art‘ und 277 ‚Überholverbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 t‘ der Straßenverkehrsordnung verbieten nicht nur den Beginn, sondern grundsätzlich auch die Fortsetzung und die Beendigung eines bereits zuvor begonnenen Überholvorgangs innerhalb der Überholverbotszone.“ Selbst wenn er schon schräg vor dem überholten Fahrzeug ist, aber noch keinen Sicherheitsabstand dazu hat, muss er sich zurückfallen lassen und dahinter wieder rechts einscheren.

Dass es in der Praxis hier zu gefährlichen Situationen kommen kann, hat auch das OLG Hamm nicht übersehen und sagt hierzu in der Pressemitteilung „Den Fall, dass ein solcher Abbruch nicht gefahrlos möglich ist, hatte der Senat nicht zu entscheiden“

Fundstelle:
T-Online vom 22.10.2014

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  • Lexi

    Ich wäre ja für ein generelles Überholverbot für LKW.
    Diese Elefantenrennen sind einfach nur gefährlich.

  • Some1

    Aaaach, Alles halb so wild!
    Ist halt noch ein weiteres Ge- bzw. verbot, das die Herren Kapitäne (der Landstrasse) geflissentlich ignorieren. Oder wann haben Sie zuletzt einen Sattelzug oder LKW mit Anhänger ausserorts auf der Landstrasse nur 60 fahren gesehen? Mit dem Überholverbot wird es das selbe werden (bleiben).