Mutter bringt eigenen Sohn nach ausgeuferter Party vor Gericht

Eine verärgerte Mutter aus Düsseldorf brachte diese Woche ihren eigenen Sohn wegen einer etwas aus dem Ruder gelaufenen Party vor Gericht. Für eine durch Sand zerkratzte Duschwanne wollte sie 1266 Euro haben. Von den Partygästen wollte das aber keiner bezahlen. Deswegen ging die Mutter zur Polizei und stellte ausdrücklich gegen ihren Sohn Strafantrag.

Das Amtsgericht Düsseldorf stellte nun das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein. Davor versuchte bereits die Staatsanwaltschaft zweimal das wegen Sachbeschädigung eingeleitete Verfahren einzustellen. Einmal wehrte sich die Mutter dagegen.  Einem Täter-Opfer-Ausgleich wollten die Jugendlichen nicht zustimmen, weil sie sich unschuldig fühlten.  Deswegen wurde gestern am AG Düsseldorf gegen vier Jugendliche wegen der ausgeuferten Party aus dem Vorjahr verhandelt (AG Düsseldorf, Az. 138 Ds 398/14). Darunter auch der Sohn.

„Es war klar, dass es bei dieser Party hoch hergehen würde“, erklärt ein Rechtsanwalt im Namen eines angeklagten Partygasts. Er habe sich bereits am Nachmittag mit ein paar Bier warm getrunken. Irgendwann habe er im Keller mit den Worten „Der Sandmann ist da“ ein paar Hände Quarzsand aus einem Deko-Topf verstreut, da habe er wohl schon einige Longdrinks intus gehabt. Dann habe er sich ausgiebig mit der Zeugin S. beschäftigt. „Da war keine Möglichkeit mehr für andere Wahrnehmungen“, sagt der Verteidiger andeutungsvoll.

Eine Studentin räumte ein, mit einem männlichen Gast ein Stockwerk höher in der Toilette mit besagter Duschwanne gewesen zu sein. „Wegen der räumlichen Enge“ habe sie sich in die Duschwanne gestellt, berichtet die junge Frau in weißer Bluse mit hochrotem Kopf. Sand habe sie dabei nicht bemerkt und die Wanne sei auch noch in Ordnung gewesen, als sie die Örtlichkeit verlassen habe. Was in den Stunden geschehen sei, nachdem sie die Party längst verlassen hatte, könne sie natürlich nicht wissen. Der Sohn kam als einziger ohne Anwalt und verweigerte die Aussage zum Tatvorwurf.

Nach einer Stunde hatte Amtsrichterin Gabriele Kuhn genug gehört. Sie stellte das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein. Die Gerichtskosten trägt der Staat. Die geschädigte Mutter wurde als Zeugin gar nicht mehr gehört. Ihr wird nur noch die Entscheidung des Gerichts mitgeteilt. Aufgebracht verließ sie das Gerichtsgebäude.

Fundstelle:
LTO.de vom 27.11.2014

Schlagworte:
, , , , ,