Hausschwein namens Schnitzel sorgt für Ärger im Mietshaus

Haustiere sorgen immer wieder für Probleme zwischen Mietern und Vermietern. Meist geht es um Hunde, Katzen oder andere Kleintiere. Das Amtsgericht Köpenick musste sich jedoch mit etwas ganz anderem beschäftigen: Das angeblich stinkende Schnitzel.

Schnitzel – so heißt das Hausschwein, das in einer Berliner Wohnung haust. Den Mietern des Hauses war es erlaubt, Kleintiere zu halten. Jedoch wehrte sich der Vermieter gegen die Haltung des Schweinchens namens Schnitzel.

Das Gericht entschied für den Mieter. Borstenviecher seien rechtlich mit Hunden und Katzen gleichzustellen. Der Mietvertrag sehe lediglich eine Verweigerung der Tierhaltung vor, soweit es durch diese zu Belästigungen und Beeinträchtigungen komme. Jedoch sei das Gericht durch Zeugenaussagen davon überzeugt, dass zumindest seit 2 Monaten kein Schweinegeruch mehr im Treppenhaus zu vernehmen war. Lediglich von ein bis zwei Fällen, bei denen bei offener Wohnungstür entsprechender Geruch wahrnehmbar gewesen ist, wurde berichtet. Eine solche gelegentliche Geruchsentweichung wurde vom Gericht jedoch nicht als Belästigung eingestuft.

Mit dem Leitsatz des Urteils

Der Mieter ist berechtigt, ein Schwein in der Mietwohnung zu halten, wenn es seit 2 Monaten im Treppenhaus nicht mehr nach Schwein stinkt.

bewies das Amtsgericht Köpenick ein Herz für Schweinchen.

Fundstelle:
Amtsgericht Köpenick, Urteil vom 13.07.00 – 17 C 88/00

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