Klage gegen Casino – Spielsüchtiger bekommt rund 440.000 Euro zurück

Ein Österreicher klagte vor dem Landesgericht Wiener Neustadt gegen den Glücksspielkonzern Novomatic, weil er nach eigenen Angaben über Jahre hinweg über eine Million Euro an Spielautomaten verzockt hat. Dabei soll er spielsüchtig und damit geschäftsunfähig gewesen sein. Die Mitarbeiter des Casinos hätten ihn nicht vom Zocken abgehalten. Die abgeschlossenen Glücksspielverträge seien folglich nichtig und rückabzuwickeln.

Hinsichtlich 790.000 Euro waren der Kläger und sein Anwalt der Meinung, dies gut nachweisen zu können. Nach Meinung des Richters Rainer Lipowec konnte der Kläger in Bezug auf 437.950 Euro den Nachweis erbringen. Dazu kommen noch vier Prozent Zinsen ab Mitte 2011. Aus dem Sachverhalt ergebe sich die Geschäftsunfähigkeit des Klägers. Die in diesem Zeitraum anfallenden Glücksspielverträge, abgeschlossen durch die Benutzung der Automaten, seien daher unwirksam, der Spieler könne die von ihm geleisteten Einsätze „zurückfordern“, heißt es im schriftlichen Urteil. Verjährung könne deshalb ebenfalls nicht eintreten.

Der Glücksspielkonzern Novomatic kündigte an, gegen das erstinstanzliche Urteil in Berufung zu gehen. Konzernsprecher Hannes Reichmann kritisierte in diesem Zusammenhang das Wiener Glücksspielgesetz. Während in Niederösterreich jeder Eintritt in ein Automatencasino mit Lichtbildausweis und Pincode kontrolliert wird, gibt es diese Zutrittskontrollen in Wien nicht. Jeder könne überall und jederzeit spielen, eine Kontrolle sei dadurch nur schwer möglich, betonte Reichmann.

Fundstelle:
noe.orf.at vom 11.12.2014

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