Mietminderung wegen Madonna-Figur im Treppenhaus

Das Amtsgericht Münster beschäftigte sich mit einem religiös geprägten Fall von Mietminderung.

In diesem hatte ein Mieter seine Miete gemindert, da er sich durch  eine Madonna-Figur im Treppenhaus gestört fühlte. Der Vermieter verklagte den Mieter auf Zahlung der einbehaltenen Miete vor dem Amtsgericht Münster.

Das Gericht gab der Klage des Vermieters statt. Der Mieter habe keinen Grund vorgetragen, der eine Minderung der Grundmiete berechtigen würde.

Ein Recht zur Mietminderung stehe einem Mieter nur zu, wenn die Gebrauchstauglichkeit seiner Wohnung beeinträchtigt sei, führte das Gericht aus. Dies sei durch die im Treppenhaus aufgestellte Madonna nicht der Fall

Darüber hinaus sei auch nach evangelischem Glauben Jesus durch Maria geboren worden, so dass die Aufstellung der Madonna im Treppenhaus kein Umstand sein könne, der zu einem besonderen Schock führe.

Subjektive Überempfindlichkeiten seien bei der Bewertung von Minderungsrechten nicht zu berücksichtigen, so das Amtsgericht Münster.

Fundstelle:
kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH) vom 01.06.2011
Amtsgericht Münster, Urteil vom 22.07.2003, – 3 C 2122/03

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