Gast beißt Kellnerin in den Zeh

In einer Gaststätte ereignete sich ein kurioser Vorfall. Dabei biss ein Gast der Kellnerin so stark in den Zeh, dass diese dadurch 10 Tage arbeitsunfähig war. Das Amtsgericht Gelsenkirchen hatte über den Schmerzensgeldanspruch in der Sache zu entscheiden.

An einem feuchtfröhlichen Abend verschüttete ein Gast, wohl versehentlich, sein Getränk. Dieses ergoss sich dabei auch über die Füße der Kellnerin. Der Gast machte der Dame das ungewöhnliche Angebot, ihren Fuß wieder sauber zu lecken. Diese nahm das Angebot tatsächlich an.

Bei dem ablecken blieb es jedoch nicht. Der Beklagte biss der Klägerin so fest in den Zeh, dass dieser sofort begann stark zu bluten, wie ein Zeuge glaubhaft berichtete. Die Bisswunde entzündete sich, sodass die Geschädigte nur noch in Badeschuhen laufen konnte. Sie bekam eine Krankschreibung für 10 Tage.

Aufgrund des Erlittenen sprach das Gericht der Klägerin ein Schmerzensgeld von 400 € zu.

Im Urteil führte das Gericht aus:

Angesichts dessen, dass selbst wenn die Klägerin, wie die Beweisaufnahme ergeben hat, den Zeh ablecken lassen wollte, so hätte der Beklagte keinesfalls in den Zeh beißen und die Klägerin verletzen dürfen. Die Klägerin hat dem Beklagten nicht den Zeh zum Zwecke der Verletzung hingegeben, sondern zum Zwecke der Reinigung. Der Beklagte ist darüber hinaus gegangen und hat die Klägerin verletzt.

Fundstelle:
Amtsgerichts Gelsenkirchen, Urteil vom 23.06.2005 – 32 C 672/04

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