5-jähriger Junge erhält Rechnung über 21 Euro für Fernbleiben von Kindergeburtstagsparty

Ein Fall aus dem englischen Ort Cornwall geht derzeit um die Welt: Ein 5-jähriger Junge blieb von einer Kindergeburtstagsparty, zu der er eingeladen wurde, unentschuldigt fern. Seine Eltern sollen nun dafür knapp 21 Euro (15,95 Pfund) bezahlen.

Beim Aufräumen des Schulranzens seines Sohnes namens Alex entdeckte der Vater Derek Nash die Rechnung, gerichtet an den „Erziehungsberechtigten / Vormund von Alex Nash“.

Bezahlt werden soll eine „Kindergeburtstagsnichterscheinungsgebühr“ – auf Englisch „Child Party No Show Fee“.

„Ich dachte erst, das ist ein Witz“, sagte Derek Nash laut „Guardian“. Sollte aber keiner sein. Die Mutter des Geburtstagskindes namens Julie Lawrence begründete die ungewöhnliche Rechnung damit, dass ihr zusätzliche Kosten entstanden seien aufgrund des Fernbleibens des 5-jährigen Alex. Nachdem die Eltern von Alex sich weigerten, die Summe zu bezahlen, drohte sie, die Sache vor Gericht zu bringen und die Summe einzuklagen.

Laut eigener Aussage haben die Eltern zunächst zu der Geburtstagsparty, die in einem Ski- und Snowboard-Zentrum in Plymouth stattfinden sollte, zugesagt, doch am Tag der Party erst festgestellt, dass ihr Sohn an jenem Tag schon für einen Besuch der Großeltern eingeplant war. Der Sohn wollte dann auch lieber zu den Großeltern, als zu der Geburtstagsparty. Da sie aber die Kontaktdaten der Mutter des Geburtstagskindes nicht hatten, konnten sie auch nicht absagen.

„Julie Lawrence und ich waren keine Freundinnen, wir haben nicht miteinander gesprochen in der Schule, aber ich habe mich auch nicht gut dabei gefühlt, dass Alex nicht zu der Party gegangen ist“, sagte die Mutter von des 5-jährigen Alex der „Apex News“. „Aber gleich eine Rechnung zu schicken, ist vollkommen übertrieben – so etwas habe ich noch nie gehört. Das ist eine schreckliche Art damit umzugehen, es ist sehr herablassend.“

„Ich kann verstehen, dass sie verärgert darüber ist, dass sie Geld verloren hat“, sagte Vater Derek. Es gehe aber gar nicht um das Geld, sondern darum, wie sie versucht habe, es von ihm zu bekommen: „Sie hat mich nicht wie einen erwachsenen Menschen behandelt, sie hat mich wie ein Kind behandelt, dem sie sagt, was es zu tun hat.“

Die beleidigte Mutter Lawrence sagte, alle Informationen und Kontaktdaten hätten sich auf der Einladung befunden, es sei gar kein Problem gewesen, abzusagen. Die Vorschuldirektorin entschuldigte sich auf Nachfrage der Eltern dafür, dass eine Lehrerin den braunen Umschlag mit der Rechnung an Alex weitergegeben hat.

Angesprochen auf den Fall, sagte eine Kolumnistin des „Guardian“, Eva Wiseman, dass sie schon einmal mit einer Rechnung für eine verpasste Hochzeit abgestraft worden sei: „30 Pfund. Ein Schnäppchen, hab ich gedacht.“

Fundstelle:
BBC vom 19.01.2015

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