Ein „s“ zuviel – Wie ein Tippfehler einen Familienbetrieb in den Ruin trieb

Eine unglaublichen Verkettung von unglücklichen Umständen hat ein walisisches Traditionsunternehmen in den Ruin getrieben.

Diese kuriose Geschichte ist fast nicht zu glauben, wurde aber von mehreren internationalen Nachrichtenagenturen bestätigt: Das walisische Familienunternehmen „Taylor&Sons“ war ein gut laufender Betrieb mit 250 Mitarbeitern. Seit 1875 wurden Häuser, Büros und Brücken geplant.

Gänzlich anders war es um die Firma „Taylor&Son“ bestellt. Dieser Betrieb meldete 2009 Konkurs an. Ein Mitarbeiter der britischen Handelsbehörde war für die Eintragung dieser Änderung ins Handelsregister zuständig. Dabei unterlief ihm aber ein folgenschwerer Fehler: Durch einen Tippfehler wurde aus „Taylor&Son“ nun „Taylor&Sons“.

Damit galt plötzlich der bisher schuldenfreie und gut laufende Betrieb „Taylor&Sons“ als insolvent, ohne dass sich die Eigentümer auch nur irgendetwas zu Schulden hätten kommen lassen. Mit fatalen Folgen: Die Geschäftspartner und Banken erhielten Kenntnis von der geänderten Registereintragung. Daraufhin wurden Geschäftskontakte abgebrochen, Kunden blieben weg und Geld gab es auch keines mehr. Die vormals gesunde Firma musste nun tatsächlich ebenfalls in die Insolvenz gehen.

Der Eigentümer, Philip Davison-Sebry, wollte das nicht so hinnehmen und klagte vier Jahre lang gegen die Behörden durch sämtliche Instanzen. Nun entschied das oberste Zivilgericht der Insel zu Gunsten von Davison-Sebry und sprach ihm Schadensersatz zu. 12 Millionen Euro wurden gefordert, die genau Summe steht noch nicht fest.

Fundstelle:
heute.at vom 29.01.2015

 

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  • Oh Gott nein. Das ist gar nicht komisch. Die arme Familie. Seinen grossen Traum will man auf jeden Fall so nicht bachab gehen sehen! Was es alles gibt =(

    LG

  • Chris

    „Harry Tuttle, a man consumed by paperwork.“

  • C.M.T.

    Ist das bitter!
    Erinnert ja in seinen Folgen so ziemlich an die Causa Kirch.

    • Justillon

      Hat Ähnlichkeiten ja :)

  • Zwingt einen irgendwie zur Schlussfolgerung, dass bei den Grundsätzen der Finanzierung und in dem menschlichen Beziehungssystem im Rahmen des westlichen Wertesystems etwas nicht stimmt. Die Entschädigung mit 12 Millionen Euro löst des Rätsels Lösung nicht.

  • JdH

    Solange die Arbeiter lehr ausgehen ist noch keine Gerechtigkeit geschehen.

  • Holger

    Als Privatmann ist man vor sowas auch nicht gefeit. Das reicht ein falscher Schufa-Eintrag aus. Ich hatte vor paar Jahren einen Falscheintrag über 1,1 Millionen EUR. Dadurch wurde ich privat eingeschränkt und konnte nichts mehr liefern lassen, ohne das mir jemand einen Grund dafür nannte. Später bekam ich durch einen netten Herrn in einer höheren Position den Tipp, dass die Nichtlieferung aus einem Schufaeintrag heraus resultiert. Ein Mitarbeiter bei der CC Bank hatte mir doch tatsächlich einen Schufa Eintrag für eine andere Person verpasst. Nach etwas Streit wurde dieser Eintrag wieder gestrichen. Auf eine Entschuldigung der Bank warte ich bis heute noch. Als Erinnerung habe ich mir besagten Schufa Auszug aufgehoben ^^

    • Justillon

      Ähnliche Geschichten wie diese zur Schufa liest man häufiger, ja. Muss wirklich ärgerlich für Sie gewesen sein.