Im Urlaub von Esel gebissen – Schadensersatz- und Schmerzensgeldanspruch des Reisenden?

Ein 9-jähriger Junge verbrachte seinen Urlaub in Tunesien. Am äußersten Rand der Hotelanlage hinter dem Küchenbereich hatte das Hotel einen Esel angepflockt, den es zur Reinigung des Strands benutzte. Dieser Bereich konnte nur über den Betriebshof erreicht werden. Trotzdem gelang der Junge zu dem Esel und wurde in den Unterarm gebissen.

Der Junge klagte gegen die Reiseveranstalterin auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld. Das Oberlandesgericht Celle wies das Begehren zurück, da keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht ersichtlich sei.

Wird ein Reisender durch einen an abseitiger Stelle der Hotelanlage angepflockten Esel gebissen, so muss der Reiseveranstalter dafür grundsätzlich nicht haften. Ein Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld besteht nicht.

Der Reiseveranstalterin sei in diesem Falle keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht anzulasten gewesen. Nach Ansicht des Gerichts habe zwar eine Reiseveranstalterin dafür zu sorgen, dass die unter Vertrag genommene Hotelanlage verkehrssicher ist, dass Gefahrenquellen für die Reisegäste beseitigt werden oder gar nicht erst auftreten können. Ob und inwiefern sie ihrer Kontrollpflicht nachgekommen ist, sei aber nicht von Bedeutung gewesen. Hätte die Reiseveranstalterin den Esel im Rahmen einer Kontrolle an der abseitigen Stelle vorgefunden, hätte sie diese Aufstellung des Tieres nicht beanstanden müssen. In diesem Zusammenhang gab das Gericht zu bedenken, dass in einem Land wie Tunesien Esel landestypische Arbeitstiere darstellen.

Fundstelle:
kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 31.12.2013; Oberlandesgericht Celle, Urteil vom 31.10.2002 – 11 U 70/02

 

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