52,5 Jahre Fahrverbot für Düsseldorfer Autofahrer wegen Unfallflucht

Ein Düsseldorfer Autofahrer hat für einen Parkrempler mit anschließender Unfallflucht 52,5 Jahre Farverbot erhalten.

So stand es zumindest im dazugehörigen Strafbefehl. Dann hätte der Berufspendler mit 101 Jahren wieder fahren dürfen.  Gegen die immens hohe Strafe legte der Autofahrer Einspruch ein – bei der Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Düsseldorf hatte er nun damit Erfolg: Angemessen wären 6 Monate Fahrverbot gewesen, nicht 630 Monate. Dabei handelte es sich nämlich um einen Vertipper seitens der Staatsanwaltschaft, den der zuständige Richter übersehen haben muss. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte dies:  „Die Kollegin wird beim Zahlenfeld auf der Tastatur aus Versehen auf mehrere Tasten gleichzeitig gekommen sein.“

Auch der Sprecher des AG Düsseldorf äußerte sich in diese Richtung. Allen Beteiligten muss klar gewesen sein, dass es ein Tippfehler war.

Schlussendlich wurde das Verfahren gegen den Autofahrer vorläufig gegen eine Geldauflage in Höhe von 600 Euro eingestellt – ihm konnte nicht nachgewiesen werden, dass er den Parkrempler mit seinem Auto beim Ausparken bemerkte.

Fundstellen: 
AG Düsseldorf, Beschl. v. 05.03.2015, Az. 143 Cs 510/14
LTO.de vom 06.03.2015

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  • wstell

    6 Monate Fahrverbot? Wie geht dass denn? Ein Fahrverbot kann doch gemäß § 44 StGB nur für die Dauer von einem bis drei Monaten verhängt werden.

  • Thorsten

    Wenn ihm nicht nachgewiesen werden konnte, dass er beim Ausparken den Rempler nicht bemerkt hatte, hätte er freigesprochen werden müssen.