Ausgehöhlter Penis für Geschlechtsumwandlung zu klein?

Wegen einer vermeintlich misslungenen Geschlechtsumwandlung klagte eine 59-jährige Frau auf Schmerzensgeld gegen den Arzt. Die Frau hatte sich vor 25 Jahren als Mann für eine Geschlechtsumwandlung entschieden.

Im Zuge der Operation wird der Penis des Patienten ausgehöhlt und die übrig gebliebene Haut zu einer sogenannten Neovagina umgestülpt. Im vorliegenden Fall hatte die Klägerin damals noch als Mann allerdings ein sehr kleines Geschlechtsteil.

Diese anatomischen Besonderheiten hätte der Arzt vor 25 Jahren nicht hinreichend berücksichtigt. In Folge hätte der Mediziner deshalb eine falsche OP-Methode gewählt. Ein Gutachter widerspach im Prozess dieser Aussage. Weiterhin behauptete die Klägerin, sie hätte als Folge des vermeintlich fehlerhaften Eingriffs ein von Einsamkeit und Selbstzweifeln geprägtes Leben gehabt. Sie forderte von dem durchführenden Arzt deshalb Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro.

Das Oberlandesgericht in Karlsruhe wies die Berufung der Klägerin zurück und bestätigte die Auffassung des Landgerichts Mannheim, dass kein Behandlungsfehler nachzuweisen sei und die Klägerin in die Operation eingewilligt habe. Revision wurde nicht zugelassen.

Fundstelle:
OLG Karslruhe, AZ: 1 O 76/06 vom 17.12.2008

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  • Eliza Silber

    Leider ist es in Deutschland durchaus üblich, die häufig unbefriedigendere Methode der penilen Inversion anzuwenden, wie sie anderswo kaum mehr Verwendung findet, weil sie zum einen weniger Gefühl zulässt und zum anderen mehr Ausgangsmaterial benötigt. Kein Wunder, dass viele Transsexuelle, die es sich leisten können, ins Ausland gehen.