Bayernfahne auf dem Balkon soll Hausfassade verunstalten – Augsburger Mieter wird verklagt

Das Amtsgericht Augsburg hat Anfang Mai über einen kuriosen Rechtsstreit zu entscheiden, in dessen Mittelpunkt eine 150- auf 80-Zentimeter große Bayern-Fahne steht.

Einerseits ist da ein 70-jähriger Rentner und zugleich Mieter eines Hauses in Augsburg. Dieser ist Beklagter und hisst die Flagge auf seinem Balkon. Auf der anderen Seite steht als Klägerin das zum Bistum Augsburg gehörende St. Ulrichswerk das für die Instandsetzung und Beschaffung von Wohnraum zuständig ist – in diesem Fall als Vermieterin.

Der Geschäftsführer dieses Unternehmens  ist der Meinung, dass die Bayernfahne die Hausfassade verunstalten würde. Im Mietvertrag sei klar geregelt, dass Veränderungen an der Fassade nur mit Genehmigung möglich seien. Sonst könnte generell die Wärmeschutzdämmung beschädigt werden, andererseits solle hier vor allem das Außenbild der Wohnanlage einheitlich gestaltet sein.

Der 70-jährige Bewohner, die bayerische Lebensart und Tradition schätzend,  kann das alles gar nicht verstehen. Er habe seit 46 Jahren stets eine Bayernfahne auf dem Balkon seiner Wohnung hängen, 40 Jahre habe er zuvor bereits in einem anderen Haus des klagenden Unternehmens gewohnt mit der Fahne am Balkon – da gab es keine Beschwerden.

Letztes Jahr sei er in das neue Haus eingezogen – und soll nun seine geliebte Bayernfahne entfernen. Dies will er auf keinen Fall tun, vielmehr will er kämpfen. Er erhofft sich nun Beistand von der Regierung. Ihn interessiere, was Horst Seehofer und die bayerische CSU zu einer solchen Klage zu sagen hätten.

Der Rechtsanwalt des Beklagten habe einen solch kuriosen Fall noch nicht erlebt. Kein anderer Mieter hätte sich beschwert, nur der zuständige Sachbearbeiter des klagenden Unternehmens. Mit Verweis auf den bestehenden Mietvertrag habe der Sachbearbeiter die Unterstützung des Geschäftsführers.

Nun bleibt nur noch abzuwarten, wie das Amtsgericht Augsburg Anfang Mai über den kuriosen Fahnenstreit entscheiden wird.

Fundstelle:
BR.de vom 04.03.2015

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  • Alois_Schinkelgruber

    Eigentlich liegt Augsburg ja auch in Schwaben, ggf nach dem Urteil zur Bayernfahne dann die schwäbische hissen.