Ermittler fälschen Facebook-Profil im Kampf gegen die Drogen – 134.000 Dollar Entschädigung

Im Kampf gegen die Drogen ist manchen amerikanischen Ermittlern jedes Mittel willkommen. So erstellten sie ein gefälschtes Facebook-Profil mit Daten von einem beschlagnahmten Handy, ohne Wissen der Betroffenen.

Es war 2010, als Sondra Arquiett wegen Beteiligung an einem Ring von Kokaindealern verhaftet und ihr Mobiltelefon beschlagnahmt wurde. Dabei hatte die Frau bei den Drogengeschichten eine eher kleinere Rolle gespielt und wurde später zu einer Haftstrafe zu fünf Jahre verurteilt, welche zur Bewährung ausgesetzt wurde. Erst Jahre später kam ans Licht, dass die Ermittler sich an ihren Daten auf dem Telefon großzügig bedienten.

Darunter befanden sich auch diverse Fotos aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Auf einigen war sie in Hot Pants auf der Motorhaube eines BMW zu sehen, auf anderen Aufnahmen wiederum mit ihren Kindern. Diese Aufnahmen wurden von den Ermittlern für ein gefälschtes Facebook-Profil verwendet, um damit vermutete oder tatsächliche Bekannte von Arquiett in der Drogenszene zu kontaktieren.

Die Vorwürfe gelangen im Oktober 2014 an die Presse, daraufhin wurde das Profil gelöscht. Der Schaden war aber bereits eingetreten. Arquiett entschied sich deshalb, vor dem zuständigen Bezirksgericht in New York Zivilklage gegen die Regierung zu erheben. Die Polizei habe sie als Lockvogel missbraucht, sie damit in erhebliche Gefahr gebracht. Zudem hätte die Behörde durch die unbefugte Bildverwendung ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.

Zunächst noch bezeichnete die Beklagte die Klage als unschlüssig; schließlich habe Arquiett der Verwendung der Daten auf ihrem Handy zu Ermittlungszwecken doch zugestimmt. Allerdings stellte sich im Rahmen der Verhandlung die Erkenntnis ein, dass die eher pauschale Erklärung Arquietts wohl kaum ihren Einsatz als Lockvogel mit abdeckte.

Der geschlossene Vergleich enthält zwar die übliche Klausel, wonach die Regierung keine Schuld treffe und kein Fehler eingeräumt wird. Es ist aber nicht abwegig zu vermuten, dass eine Entschädigung von 134.000 Dollar nicht gezahlt werden würde, wenn man der Klage keine Erfolgsaussicht einräumen würde, weil man das Verhalten der Behörde für richtig hält.

Fundstelle:
LTO vom 21.01.2015

 

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