Prozess um Meerschweinchen-Kastration in Hannover

Das Amtsgericht Hannover hat sich derzeit mit den Folgen einer Kastration von zwei Meerschweinchen zu befassen. Die Eigentümer der beiden Tiere namens Jack und Socke – ein Ehepaar-  haben die behandelnde Tierärztin verklagt. Der Vorwurf lautet: Keine fachgerechte Ausführung der Kastration. 

Dabei starb eines der beiden Meerschweinchen – Socke. Jack überlebte die Behandlung in einer Tierklinik.

In der Sache geht es um 877,73 Euro Schadensersatz, unter anderem für die Beschaffung eines neuen Partnertieres für Jack sowie die Kosten der Kastration.

Die beklagte Tierärztin lehnte bereits eine gütliche Einigung ab, zu der das klagende Ehepaar bereit gewesen wäre. Der Anwalt der Tierärztin sagte, sie empfinde es als „ehrenrührig“, dass ihr ein derartiger Behandlungsfehler unterstellt werde. Die aufgetretenen Komplikationen führt sie auf angeblich mangelnde Hygiene und Wundversorgung in den ersten elf Tagen nach der Kastration zurück. Nach Ansicht der Tierärztin seien beide Tiere hochgradig verwahrlost gewesen sein. Die Kläger bestritten dies mit ungläubigen Blicken und zählten alle ihre Hygiene-Maßnahmen auf.

Die Tierärztin sagte, sie operiere seit 30 Jahren an Meerschweinchen. Noch nie sei jemand wegen ihrer Arbeitsweise unzufrieden gewesen.

Gerichtssprecher Jens Buck zu NDR.de: „Im Prozess sind zwei völlig konträre Geschichten erzählt worden. Während die Kläger von einem Behandlungsfehler überzeugt sind, erklärte die Tierärztin, dass die Kastration am 2. Mai 2013 ideal verlaufen sei.“

Die zuständige Richterin ließ am Ende der Verhandlung offen, ob sie noch ein tierärztliches Gutachten eines Sachverständigen einholen wird. Die Entscheidung soll am 24. März verkündet werden .

Fundstelle:
NDR.de vom 13.03.2015; AG Hannover, Az: 565 C 11976/14.

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  • Adrian

    24. März. Gleich mal auf Wiedervorlage gelegt. Deutschland wartet gespannt auf das Urteil des Jahres!