Wenn Frau, Mann und Hund beleidigende Bewertungen bei Ebay schreiben

Eine unzufriedene eBay-Käuferin hinterließ im Verkäufer-Bewertungssystem eine negative Bewertung. In ihrer Rachsucht verfasste die Verkäuferin bei der Käuferin skurril beleidigende Bewertungen. Und dies nicht nur mit ihrem eigenen Account, sondern auch unter dem ihres Mannes, als auch ihres Hundes.

Erworben hatte die Frau eine gebrauchte Kosmetiktasche, war jedoch mit dem Produkt nicht zufrieden. Daher hinterließ sie im Bewertungssystem von eBay einen negativen Kommentar bei der Verkäuferin. Diese war davon negativ angetan und holte zur Rache aus: Sie kaufte mehrere Artikel bei der Käuferin und hinterließ für diese negative Bewertungen. Dabei bediente sie sich nicht nur ihres eigenen eBay-Accountes, sondern auch denen ihres Mannes und sogar ihres Hundes.

Das wiederum wollte die Käuferin der Kosmetiktasche nicht auf sich sitzen lassen und forderte nebst der Löschung der Kommentare, wie etwa „Olle Kuh, muh!“, auch Schadensersatz. Zu entscheiden hatte das Amtsgericht Heidelberg und gab der Klägerin Recht. Das Gericht stufte die Bewertungen als Schmähkritik ein, also Aussagen, die nur der Diffamierung der anderen Partei dienen und diese „an den Pranger stellen“ sollen.

Neben der Pflicht zur Löschung der Bewertungen obliegen der Rächerin auch die Verfahrenskosten. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung der Angelegenheit kam es nicht.

Fundstelle:
rnz.de vom 05.03.15

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  • Nimulos Maltibos

    Interessant dass hier Schmähkritik als strafbar gehandelt wird, wenn dann aber Satirkier ihre Werke mit dieser Bezeichnung betiteln und dieser inhaltlich namenstreuen Diffamierung wegen angezeigt werden sind die Leute überrascht…