15.000 Euro nach Trennung aufgrund Liebesunfallversicherung

Warum auch das Zusammenleben mit seinen Erwartungen an sich und nicht nur die Ehe und deren Scheidung teuer werden kann, zeigt der folgende Fall, den das Landgericht in Coburg zu entscheiden hatte.

Von Dezember 2000 bis Dezember 2002 lebte ein Paar noch wie geplant zusammen. Aufgrund des Zusammenzugs gab die Frau damals extra ihre Wohnung und ihr Auto auf. Das Fahrzeug und die Küche aus der alten Wohnung verkaufte sie weit unter Wert. Allerdings verlangte sie als eine Art Liebesbeweis auch eine Absicherung in Form einer „Liebesunfallversicherung“. Demnach sollte für den Fall, dass die beiderseitige Beziehung warum auch immer in die Brüche geht, der Partner 15.000 Euro an die Frau bezahlen. Hierbei würde es sich nicht um eine Art „Trennungsschmerzensgeld“, sondern um eine Ausgleichszahlung für die erheblichen finanziellen Verluste durch die Haushaltsaufgabe handeln. Ein Unterschied, der später noch eine entscheidende Rolle spielen sollte.

Wie die Liebe spielt, kam es zum „Schadensfall“ – der Mann fand eine neue Liebe, die alte Liebe verwelkt. Von der Zahlung der 15.000 Euro wollte der Mann nichts mehr wissen – der Ausgleichsbetrag sei damals nur geschätzt worden und ohnehin zu pauschal. Eine solche Vereinbarung verstoße gegen die guten Sitten und sei wirkungslos. So traf man sich vorm Landgericht Coburg erneut.

Der Klage wurde stattgegeben. Die Frau hat einen Anspruch auf Zahlung von 15.000 Euro. Es läge ein deklaratorisches Schuldanerkenntnis vor, das den Streit über die konkreten Umzugsverluste der Ex-Freundin gerade ausschließen sollte. Tatsächlich wäre eine bloße Strafe fürs Sitzenlassen sittenwidrig, allerdings ging es hier nicht um eine bloße Strafe, sondern um den Ausgleich erlittener finanzieller Nachteile.

Fazit: Die neue Liebe kommt dem Mann somit „teuer“ zu stehen.

Fundstelle:
Anwalt.de vom 27.10.2014
LG Coburg, Urteil v. 21.04.2004, Az.: 21 O 454/03

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