Kann ein Profi-Fußballer sein Sky-Abo als Werbungskosten von der Steuer absetzen?

Unterhaltung und Arbeit schließen sich nicht zwangsläufig aus, dachte sich wohl ein Profikicker und wollte das Finanzamt verpflichtet wissen, die Kosten seines Sky-Abos als Werbungskosten anzusehen, um seine Steuerlast zu reduzieren.

Zur Begründung trug der Zweitliga-Spieler vor, durch das Ansehen der Spiele schule er seine fußballerischen Fähigkeiten und bereite sich taktisch auf seine Gegenspieler vor. Hierbei gehe es ihm insbesondere um spielerische Maßnahmen der gegnerischen Mannschaft.

Das Finanzamt sah das erwartungsgemäß anders und erwiderte, dass die Aufwendungen (Abogebühren) nicht beruflich notwendig seien. Gegen diese Entscheidung klagte der Spieler vor dem Finanzgericht Münster, scheiterte aber auch dort.

Das Gericht führte hierzu aus, dass die Kosten der privaten Lebensführung zuzuordnen seien. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung sei davon auszugehen, dass der Fußballer das Abo auch genutzt habe, um sich andere interessante Spiele anzusehen. Eine Aufteilung der Kosten komme nicht in Betracht, da es hierfür an objektivierbaren Kriterien fehle. Der Fußballer habe auch keine konkreten Angaben zur tatsächlichen Nutzung gemacht. Zum selben Ergebnis war in einem früheren Urteil auch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz gekommen.

Fundstelle:
lto.de vom 16.04.2015
Finanzgericht Münster, Urteil vom 24.03.2015, Az. 2 K 3027/12 E

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