Landgericht Magdeburg schickt Frau ins Weltall

Nicht ganz alltäglich: Der Streit um eine Reise ins All. Über diesen und die Frage, ob das damit verbundene Tauschgeschäft rechtlich haltbar ist, hatte das Landgericht Magdeburg zu entscheiden. Die Richter schicken mit dem Urteil im Zivilprozess die Beklagte im wahrsten Sinne des Wortes ins All.

Bei einer Fast-Food Kette hatte ein Berliner Gebrauchtwagenhändler einen Gutschein für eine Reise ins All gewonnen. Selbst wollte er ihn jedoch nicht verwenden, sondern ging mit einer Bekannten aus Magdeburg, durch die SMS „Willst du zum Mond fliegen“ eingeleitet, ein Tauschgeschäft ein.

Einen 7 Jahre alten Mercedes mit etwa 80.000 gefahrenen Kilometern habe er als Gegenleistung erhalten. Aus Sicht des Klägers war jedoch ein höherer Gegenwert vereinbart. Von mehreren Wagen und Alufelgen sei die Rede gewesen. Weder fahrbereite Auto, noch Alufelgen hat die KFZ-Meisterin jedoch in ihrem Programm.

Der Berliner konnte seine Version der Geschichte nicht beweisen. Der Richter wies die Klage ab. Als Streitwert setzte er 80.000 Euro fest. „Es handelt sich um eine sehr exklusive Reise, nicht um einen Pauschalurlaub auf Mallorca“, so die Worte des Richters Jörn Draack.

Die Beklagte zeigte sich erleichtert über den Ausgang des Verfahrens: „Ich hab’s gehofft, ich bin sehr glücklich darüber.“ Sie bereitet sich nun weiter auf den Flug ins All vor. Dieser soll im Herbst 2016 stattfinden und mit 3,4-facher Schallgeschwindigkeit in 100 Kilometer Höhe führen. Sowohl Eignungstests, als auch die notwendigen medizinischen Tests hat die Frau bereits bestanden.

Ob der Kläger in Berufung geht, ist bisher nicht bekannt. Der Öffentlichkeit wurde als Gewinner der Reise ins All von Anfang an die Tauschpartnerin, nicht der eigentliche Gewinner, präsentiert.

Quelle:
LTO vom 02.04.15

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