Möbelhaus haftet für störende Bettgeräusche – Richterin als „Ohrenzeugin“

Das Landgericht Bonn verurteilte ein Möbelhaus, den Käufern eines Schlafzimmers 4547 Euro zurückzuzahlen. Der Grund: Störende Bettgeräusche. Das Ehepaar hatte das Schlafzimmer im Juli 2012 gekauft. Mehrere Versuche des Möbelhauses, die Ursache für die Geräusche zu beseitigen, schlugen fehl. Folglich trat das Ehepaar im September 2013 vom Kaufvertrag zurück. Das Möbelhaus weigerte sich jedoch, das Schlafzimmer zurückzunehmen. Deshalb kam es zur Klage.

In Königswinter (NRW) legten sich die Käufer bei einem Ortstermin zur Demonstration in die Mitte des Doppelbettes und machten seitliche Drehbewegungen. Die zuständige Richterin fungierte als „Ohrenzeugin“ und wollte sich von den angeblich zu lauten Geräuschen des Bettes vor Ort überzeugen. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass die Geräusche so laut und störend sind, dass das Ehepaar regelmäßig aus dem Schlaf aufgeschreckt wurden. Folglich sei das Bett für eine gewöhnliche Verwendung des Schlafens nicht geeignet, so das Urteil (LG Bonn, Urt. v. 17.03.2015, Az. 2 O 379/13).

Fundstelle:
LTO.de vom 25.03.2015

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