Sex statt Anwaltshonorar – Entzug der Anwaltslizenz

Sein Vergütungskonzept brachte einem Anwalt eine einjährige Suspendierung ein. Er wollte einer potentiellen Mandantin seine anwaltliche Arbeit im Gegenzug für sexuelle Handlungen anbieten. Dabei ging er jedoch direkt der Polizei in die Falle.

Im amerikanischen Bundesstaat Indiana entdeckte ein Anwalt, im Rahmen seiner Tätigkeit für die Public Defender Agency, die bedürftigen Personen einen Pflichtverteidiger stellt, die Handynummer einer verhafteten Prostituierten im Polizeibericht über deren Inhaftierung. Er schickte eine SMS an die Nummer und bot rechtlichen Beistand, vergütet durch Naturalien an. Das Handy jedoch befand sich ebenfalls in den Händen der Polizei, welche die Nachricht empfing und trotz der relativ unverfänglichen Wortwahl Verdacht schöpfte.

Es wurde ein Treffen mit dem Strafverteidiger vereinbart, zu welchem eine Zivilpolizistin geschickt wurde. Als der Anwalt seine Absichten dort deutlich machte, wurde dieser verhaftet.

Der Indiana Supreme Court entzog dem Juristen am 24. März 2015 die Lizenz für mindestens ein Jahr. Nach Ablauf dieser Sperre muss er eine neue beantragen.

Fundstellen:
LTO vom 01.04.15;
Urteil vom 24.03.15, 49S00-1402-DI-118.

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  • Alma Redzic

    Und dieses Foto war wirklich das „must have“…? Für die Situation der Ausnutzung einer Notlage. Stupide Effekthascherei.

    • Justillon

      Hallo,

      vielen Dank für diese Meinung.

      Der Fundus an lizenzfreien Fotos ist leider begrenzt und man findet leider nicht immer das Motiv, das man gerne hätte sondern muss sich mit einer beschränkt passenden Alternative zufriedengeben.

      Es tut uns leid, wenn dieses Bild für Sie nicht angemessen war.

      Gruß
      Das Team von justillon.de

  • was wiegt wohl schwerer: die strafe oder damit einhergehend der imageverlust?

  • Liebe Blogger-Kollegen,
    Ich finde das Foto nicht als unangebracht. Ich selber muss für meinen Mietrechtsblog http://www.vermieterrecht-einfach-erklärt.de ständig neue lizenzfrei Fotos besorgen. Deswegen kann ich gut verstehen, dass nicht immer ein für jeden Geschmack angebrachtes Bild dabei ist. Aber ist es nicht bei allem so, dass von 10 Personen vier Deine Sache gut finden, vier die Sache schlecht finden und 2 Personen alles egal ist?!?
    Ihr habt euch da nichts vorzuwerfen und braucht euch meiner Meinung nach dafür auch nicht zu rechtfertigen. der Artikel ist auf jeden Fall sehr interessant und kurios, aber auch schockierend, dass Menschen die hilflose Lage anderer für sexuelle Zwecke ausnutzen. Es fragt sich, ob es sowas auch in Deutschland gibt. Sex gegen Vermietung eine Wohnung soll ja mittlerweile häufiger vorkommen.
    Mich würde mal eure Meinung darüber interessieren.

    Vielen Dank für en Artikel und weiter so ihr seid klasse.

    Herzlichst euer Dennis Remiorz

    • Stefan Maier

      Hi Dennis Remiorz,

      vielen Dank für das positive Feedback, das uns sehr freut!

      Das Thema „Sex gegen Vermietung“ ist natürlich kein leichtes. Wir dulden in unserem Land Prostitution und damit Sex gegen Entgelt. Übertragen sei daher anzunehmen, man sollte die sexuellen Handlungen doch nicht nur gegen Bargeld, sondern auch gegen Gegenleistung akzeptieren.

      Leider liegt die Gelegenheit zur Ausnutzung von Zwangslagen hier natürlich nahe und die Grenze wird oft zu verschwimmen drohen. Die Abwägung „innovative Zahlmethode des Mietzinses“ versus „Schutz der sexuellen Selbstbestimmung“ wird daher meines Erachtens selbstverständlich immer zweites überwiegen zu lassen haben.

      Freundliche Grüße
      Stefan Maier und das Team vom Justillon

  • Ich bins

    Ob er auch eine Strafe bekommen hätte wenn sie zum Beispiel Bäckerin gewesen wäre und er im Gegenzug jede Woche einen Kuchen verlangt hätte? Wo ist der Unterschied? Sie war/ist Prostituierte, damit ist Sex für sie ihr Geschäft wie Backwaren für einen Bäcker.
    Es war also ein Tausch Dienstleistung gegen Dienstleistung.