Telefonkosten-Streit: Anwalt scheitert mit 19-Cent Klage und will erneut vor Gericht ziehen

Es muss nicht immer um große Beträge gehen, über die Gerichte zu entscheiden haben. Für manche erscheint ein solches Vorgehen kleinlich, den anderen geht es um nicht weniger als die Gerechtigkeit selbst. Mit Urteil vom 31. März 2015 hat das Amtsgericht Düsseldorf eine Klage eines Anwalts abgewiesen, der 19 Cent von seinem Telekommunikationsanbieter wollte. Hintergrund sei eine fehlerhafte Abrechnung des Netzbetreibers.

Der Telefonanbieter soll unberechtigt Gebühren abgerechnet haben. Auf seinen Telefonabrechnungen seien ihm die unerklärlichen Kleinstbeträge im Centbereich aufgefallen, welche immer wieder dort auftauchten. Der Anwalt vermutete Datenmanipulation und erhob Klage wegen ein (wie er behauptet) zu Unrecht abgerechnetes Telefonat in der Kanzlei in Höhe von 19 Cent, so ein Gerichtssprecher des Amtsgerichts Düsseldorf.

Das Gericht wies die Klage ab, da der Kläger sein Vorbringen nicht hinreichend beweisen konnte. Da seine Kanzlei in einem Gemeinschaftsbüro untergebracht sei, wäre er in der Beweispflicht gewesen, darzulegen, dass mit seiner Telefonanlage niemand die Nummer gewählt habe, von der die 19 Cent abgerechnet wurden. „Der Kläger konnte nicht ausreichend beweisen, dass das Telefonat nicht stattgefunden hat“, so der Sprecher zur Begründung des Urteils. Statt einer Rückzahlung von 19 Cent seien ihm nun Kosten von insgesamt 1.000 Euro entstanden, sagte der Anwalt der Deutschen Presse-Agentur.

Berufung ist gegen das Urteil aufgrund des geringen Streitwerts nicht möglich, allerdings kündigte der Anwalt an, bald erneut vor Gericht ziehen zu wollen. In dem dann folgenden Verfahren werde er eine andere Monatsabrechnung vorlegen und noch mehr Zeugen präsentieren. Eine Stellungnahme des Telekommunikationsanbieters erfolgte bisher nicht.

Fundstelle:
lto.de vom 02.04.2015

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  • Minima non curat praetor:

    BERNHARD KAPSA, Die Regel „Minima non curat praetor“ im Lichte des Verfassungsrechts, FS Graßhof