Verwaltungsgericht Düsseldorf zu unvorhergesehenen Kosten einer Gastfamilie

Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf hat klargestellt, dass eine Gastfamilie für unvorhergesehene Kosten aufkommen muss, wenn sie ein Au-pair-Mädchen beschäftigen, selbst wenn sie getäuscht wurden. Daraufhin zog ein Gastvater seine Klage gegen die Stadt zurück. 
Im vorliegenden Fall war eine 19-Jährige Peruanerin als Au-pair-Mädchen hochschwanger nach Deutschland eingereist und hat kurz nach ihrer Ankunft ein Kind zur Welt gebracht. Danach war sie mit ihrem Baby elf Wochen von der Stadt untergebracht worden, wobei Kosten in Höhe von rund 2400 Euro entstanden sind. Die Stadt forderte diese Kosten nun vom Gastvater ein, da dieser sich – wie in solchen Fällen üblich – bei der Ausländerbehörde verpflichtet hatte, für den Lebensunterhalt des Mädchens in Deutschland aufzukommen. Das ist Voraussetzung für die Erteilung eines Visums.

Der Gastvater wendete vergeblich ein, er habe das Au-pair-Mädchen zur Betreuung seiner eigenen vier Kinder verpflichtet und sei arglistig getäuscht worden.

Nach Angaben des Gerichts hätten sogar noch weitere Kosten auf die Gastfamilie zukommen können, zum Beispiel wenn die Peruanerin nicht freiwillig ausgereist wäre. Mit der Unterzeichnung der Verpflichtungserklärung gehe jede Gastfamilie ein hohes Risiko ein (Az.: 8 K 8570/14).

Fundstelle:
RP Online vom 26.03.2015

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