Anwalt fordert Schmerzensgeld wegen Schweinezahn in Naturblutwurst

Das Kölner Amtsgericht muss derzeit klären, ob einem Anwalt seelische Schäden dadurch entstanden sind, dass er beim Genuss eines mit Naturblutwurst belegten Brot auf einen Schweinezahn biss. Zusätzlich begehrt der Kölner Anwalt Schadenersatz für die erhebliche Verletzung seiner Schneidezähne.

Der Kölner Anwalt Jens Wolff belegte sein Butterbrot mit Naturblutwurst, beim anschließenden Verzehr „knackte“ es aber: Die Wurst des Herstellers war in der Tat „naturbelassen“, es befand sich ein blutiger Schweinezahn darin. Und an diesem Zahn biss sich der Kölner Rechtsanwalt seine eigenen Schneidezähne aus. Die Folgen waren schmerzhafte Behandlungen beim Zahnarzt, der die betroffenen Zähne abschliff und dem Mann einen Zahnersatz verpasste. Die Folgeschäden was die Zahnbehandlung  angeht sind noch nicht absehbar.

Der betroffene Wursthersteller zahlte dem Mann bereits eine Entschädigung in Höhe von 500 Euro, zu wenig, findet der Anwalt. Mitte April verklagte er deshalb den Wurstfabrikanten auf Schadenersatz und ein Schmerzensgeld in Höhe von 3500 Euro,

Der Hersteller bestreitet den Vorfall nicht, führt aber an, die Wurst sei als Naturprodukt gekennzeichnet. Beim Verzehr von Fisch müsse man schließlich auch mit Gräten rechnen.
Im Gerichtssaal bekräftigte der Vertreter des Herstellers, man könne solche Tierteile bei der Wurstproduktion nie ganz ausschließen. „Wenn ein Kleinkind in die Wurst beißt und sich an einem solchen Zahn verschluckt, dann ist es tot“, sagte der Richter, nachdem er den Zahn vermessen hatte.

Nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ hat das Gericht nun zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Eines von einem Zahnmediziner zur Frage, ob Wolffs Verletzung möglicherweise zu einem vollständigen Verlust eines seiner Schneidezähne führen könnte. Und eines von einem Psychiater – zur Frage, ob der Anwalt nach dem folgenschweren Erlebnis mit dem Wurstbrot beim Gedanken an Blutwurst unter „psychischen Angstzuständen leidet, die seine Lebensumstände spürbar beeinträchtigen“.

Fundstelle:
express.de vom 28.03.2015
welt.de vom 18.05.2015

Schlagworte:
, , , , , , , ,
  • bearOnpatrol

    Über Gesundheit weiß er nichts, aber dafür übers Recht..
    Wie kann kann jemand so einen Dreck essen und sich wundern, dass Dreck drin ist.