Erstaunliche Erkenntnisse: Das Landgericht Mannheim erklärt die Mentalität von Vorderpfälzern

Vorderpfälzer sind fröhliche und leutselige Menschen, die es sich gerne gut gehen lassen. Allerdings sind sie geradezu unglaublich faul und können auch richtig gemein werden. Das behauptet jedenfalls das Landgericht Mannheim in einem Urteil aus dem Jahr 1997 (LG Mannheim, Urteil vom 23.01.1997 – (12) 4 Ns 48/96).

Das Gericht hat in der Entscheidung ausführlich zu der Glaubwürdigkeit der Zeugen Stellung genommen. Zur Glaubwürdigkeit des „Zeugen V“ führte es zunächst aus, dass dieser „ein erhebliches materielles Interesse“ an einer bestimmten Sachverhaltsdarstellung habe. Das sind, wie es weiter heißt, „jedoch nicht die einzigen Bedenken, die man gegen den Zeugen V haben muß“.

„Er gab sich zwar betont zurückhaltend, schien bei jeder Frage sorgfältig seine Antwort zu überlegen und vermied es geradezu betont, Belastungstendenzen gegen den Angekl. hervortreten zu lassen, indem er in nebensächlichen Einzelheiten Konzilianz ja geradezu Elastizität demonstrierte, im entscheidenden Punkt, der – für ihn vorteilhaften – angeblichen mündlichen Genehmigung des beantragten Urlaubs aber stur blieb wie ein Panzer. Man darf sich hier aber nicht täuschen lassen. Es handelt sich hier um eine Erscheinung, die speziell für den vorderpfälzischen Raum typisch und häufig ist, allerdings bedarf es spezieller landes– und volkskundlicher Erfahrung, um das zu erkennen – Stammesfremde vermögen das zumeist nur, wenn sie seit längerem in unserer Region heimisch sind. Es sind Menschen von, wie man meinen könnte, heiterer Gemütsart und jovialen Umgangsformen, dabei jedoch mit einer geradezu extremen Antriebsarmut, deren chronischer Unfleiß sich naturgemäß erschwerend auf ihr berufliches Fortkommen auswirkt. Da sie jedoch auf ein gewisses träges Wohlleben nicht verzichten können – sie müßten ja dann hart arbeiten –, versuchen sie sich “durchzuwursteln” und bei jeder Gelegenheit durch irgendwelche Tricks Pekuniäres für sich herauszuschlagen. Wehe jedoch, wenn man ihnen dann etwas streitig machen will! Dann tun sie alles, um das einmal Erlangte nicht wieder herausgeben zu müssen, und scheuen auch nicht davor zurück, notfalls jemanden “in die Pfanne zu hauen”, und dies mit dem freundlichsten Gesicht. Es spricht einiges dafür, daß auch der Zeuge V mit dieser Lebenseinstellung bisher “über die Runden gekommen ist”.“

Eine solche Begründung ist – soweit ersichtlich – bislang einzigartig. Sie lässt sich daher auch nicht in die Kategorien „Mindermeinung“ oder „herrschende Meinung“ einordnen. Unabhängig davon sollten Studenten und Referendare solche Erwägungen aber keinesfalls in einer Klausur anführen – zumindest nicht, wenn der Korrektor aus dem vorderpfälzischen Raum stammt.

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