Anwalt während Gerichtsverhandlung festgenommen

In einem Strafprozess wegen Betruges in der US-amerikanischen Stadt Redwood City (nahe San Francisco) erlebte der Angeklagte etwas Unerwartetes: Mitten in der Verhandlung wurde sein Verteidiger selbst festgenommen. Der Rechtsanwalt ist der Justiz keineswegs unbekannt und musste sich schon früher für einige Delikte verantworten.

Ihm wird vorgeworfen, ohne Verteidigerlizenz zu operieren, auch eine Reihe weiterer, wohl krimineller Handlungen, stehen im Raum.

Der Festgenommene präsentiert sich in den Medien jedoch zuversichtlich: So sei seine Lizenz auf eigenen Wunsch hin derzeit inaktiv. Er sei auch gar nicht als Verteidiger anwesend, sondern wollte nur als Zeuge anwesend sein, der sicherstellen wollte, dass der Angeklagte auch weiterhin adäquate Verteidigung erhält. Im Übrigen erwartet er auch, von den anderen Vorwürfen freigesprochen zu werden. Er sei nicht kriminell und arbeite selbst härter, als andere Strafverteidiger.

Bereits in der Vergangenheit ist der Anwalt wegen gewerblichem Diebstahl, Kreditkartenbetrug und Metamphetaminbesitz in Erscheinung getreten. Ferner hatte er es mehrfach versäumt, die US-amerikanische „Kammergebühr“ zu bezahlen. Es wurde bereits ein einmonatiges Berufsverbot sowie eine Bewährungszeit von drei Jahren mit Auflagen, etwa einer Entzugstherapie, verhängt.

Quelle:
LTO vom 02.06.15

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