Berliner verklagt Hotel auf 37 Millionen Euro Schadenersatz

Das Landgericht Berlin verhandelt derzeit über eine Klage eines Mannes gegen ein Berliner Hotel auf Schmerzensgeld und Schadenersatz. Gefordert werden 37 Millionen Schadenersatz sowie 70 000 Euro Schmerzensgeld wegen eines Sturzes vor dem Hotel bei Glatteis.

Am 20. Januar 2014 stürzte Oliver Seeberg aus Charlottenburg aufgrund Glätte vor dem Hotel Maritim in Berlin-Tiergarten. Am Tag des Unfalls gab es eine Warnung vor Blitzeis, Rettungskräfte fuhren 1600 Notfalleinsätze. Seeberg zur BILD: „Ich war um 18 Uhr am Maritim verabredet, parkte meinen Wagen in der Sigismundstraße. Ich stieg aus, ging auf den Bürgersteig und rutschte dort auf dem komplett vereisten Pflaster aus.“ Die Folgen: Splitterbruch im linken Oberschenkel, mehrfach musste er operiert werden.

Neben 70 000 Euro Schmerzensgeld fordert der Mann auch 37 Millionen Euro Schadenersatz vom Hotel. Begründet wird diese hohe Summe mit einem verpassten Geschäftstermin in Asien. „Es ging um ein Großbauprojekt in Südostasien. Um den bereits zugesagten Auftrag umzusetzen, war ein Vorfinanzierungstermin angesetzt, der durch meinen Unfall platzte.“, sagte er der „B.Z.“. Die Verzögerung habe zu schlechteren Konditionen bei der Projektabwicklung geführt, so sei ein Verlust in Höhe von 37 Millionen entstanden.

Grundsätzlich sind Hotels für solche Fälle versichert. In einem Schreiben der Versicherung des Hotels heißt es, dass die Mitarbeiter „zuletzt gegen 16 Uhr den Gehwegbereich abgestreut“ hatten. Danach nicht mehr, denn bei Blitzeiswarnung „entfällt die Verkehrssicherungspflicht des Streupflichtigen vollständig“. Seeberg bestreitet dies.

Fortgesetzt wird die Verhandlung am 7. Juli (Az.: 10 O 211/14).

Fundstelle:
bz-berlin.de vom 03.06.2015
bild.de vom 02.06.2015

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  • Die Klage wurde mittlerweile abgewiesen. (Beweis: Verlinkte Veröffentlichung auf DeJure.)