Bezahlter Sex ist kein Ehebruch

Eine betrogene Frau verklagte ihren Ehemann und deren Liebhaberin in Tokio wegen einer sieben Jahre andauernden Affäre auf Schmerzensgeld. 

Der für diesen Fall zuständige Richter namens Masamitsu Shiseki hat die Klage der Ehefrau abgewiesen – und dies mit einer fragwürdigen Begründung: Da es für die Liebhaberin – sie ist Hostess und Bardame eines Nachtclubs – die lange Affäre eine rein geschäftliche Angelegenheit gewesen sei, mit der sie erreichen wollte, dass der wohlhabende Mann weiterhin den Club aufsuchen werde. Sie unterscheide sich von einer Prostitutierten nur darin, dass sie indirekt bezahlt werde und  die Prostituierte direkt. Nach Ansicht des Gerichts lasse bezahlter Sex mit einer Prostituierten das „friedliche Eheleben“ aber unberührt.

Die geschäftliche Affäre des Ehemannes verstöße nicht gegen das japanische Gesetz. Jedoch war es in der Vergangenheit häufig so, dass japanische Gerichte in solchen Fällen Schmerzensgeldzahlungen bewilligten, um die Treue und die Institution Ehe zu stärken. Deshalb löste dieses Urteil eine Debatte unter japanischen Rechtswissenschaftlern aus. In erster Linie wird an dem Urteil kritisiert, dass der Richter für wahr unterstellte, dass der Ehemann und die Liebhaberin Sex hatten, obwohl dies bestritten wurde.

Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig, da die Klägerin auf Rechtsmittel verzichtete.

Fundstellen:
Japan Times
LTO.de 

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