Feuerwehr-Sirene darf nachts nicht mehr heulen, weil Anwohner schlafen will

Weil sich ein Anwohner über den nächtlichen Lärm der Feuerwehr-Sirene in Brück (Potsdam-Mittelmark) beschwert hat, darf diese nur noch sehr eingeschränkt betrieben werden. Jetzt herrscht Nachtruhe. “Mein Enkel schläft direkt gegenüber und wird beim Lärm nachts wach. Sirenen sind nicht zeitgemäß, es gibt doch Pieper!”, so lautet die Begründung des Mannes auf Nachfrage, warum er gegen den Sirenenlärm vorgeht. Eine Feuerwehr-Sirene ist mit 100 Dezibel so laut wie ein Drucklufthammer.

Das Sirenen-Verbot gilt aber nur zwischen 17 Uhr abends und 7 Uhr morgens. Der Brücker Amtsdirektor Christian Großmann erklärt: “Vergleichsurteile zwingen uns zu diesem Kompromiss.” In Notfällen alarmieren nun sog. Handrufmelder (Kosten pro Stück: 200 Euro) die 44 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. In den Städten keine Besonderheit, seit den 70ern gibt es für die Berufsfeuerwehren Handrufmelder. Nur in ländlichen Gegenden ertönt noch Sirenengeheule.

Kritisch sieht die ganze Sache der Feuerwehrchef und Brandschutzbeauftragter des Ortes, Uwe Paul: “Die Sirenen dienen nicht nur unseren Kameraden, sondern auch den 3709 Bürgern. Ab sofort hört nachts niemand, wenn es neben ihm brennt. Das birgt Gefahren.” Nach der Einsatzstatistik rückte die Freiwillige Feuerwehr in Brück 2014 Tag und Nacht zu 60 Einsätzen aus, in diesem Jahr waren es schon 30.

Oberbrandmeister Wolfgang R. fährt aufgrund seines Alters nicht mehr mit zu Einsätzen, hat deshalb auch keinen Pieper bekommen. Am vergangenen Montag musste er trotzdem um 3 Uhr nachts ausrücken. Ein Systemfehler hat die Sirenen trotz Verbot heulen lassen.

Fundstelle:
bz-berlin.de vom 11.06.2015

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