Hund verstopft Waschbecken mit Klopapier und öffnet Wasserhahn – Wer haftet?

Wasserschäden in Mietwohnungen sind zunächst nichts Ungewöhnliches. Im vorliegenden Fall jedoch, fragt sich, wer für entstandene Schäden zu haften hat, wenn der Hund des Mieters für die Überschwemmung verantwortlich ist.

Der Bewohner der Mietwohnung pflegte es, seinen Hund regelmäßig in die Gästetoilette zu sperren. Seiner Langeweile wollte der Vierbeiner am gegenständlichen Tag mit einer Rolle Toilettenpapier als Spielzeug entgegenwirken. Nachdem er diese zerfetzt hatte, landete sie im Waschbecken und verstopfte den Ausfluss des selbigen. Als der Hund dann noch den Wasserhahn öffnete, nahm das Unglück seinen Lauf. Durch das austretende Wasser kam es nicht nur in der Mietwohnung des Hundehalters, sondern auch in den beiden darunter liegenden Wohnungen zu einem Wasserschaden.

Nachdem die Gebäudeversicherung des Vermieters den Schaden reguliert hatte, forderte sie das Geld vom Hundehalter zurück.

Das Gericht lehnte das Bestehen eines solchen Anspruchs ab. „Der durch das Verhalten des Hundes verursachte Schaden war für den Beklagten nicht vorhersehbar und musste ihm auch nicht ohne weiteres einleuchten, da er auf einer Verkettung unglücklicher Umstände beruht.“ Dass der Hund während seiner Gefangenschaft im Gäste-WC eine Rolle Toilettenpapier zerfetzen könnte, sei zwar vorhersehbar, jedoch müsse der Hundehalter nicht damit rechnen, dass sein Tier mit der Rolle das Waschbecken verstopfe und sodann auch noch den Wasserhahn öffnet, was in einem Überlaufen des Wasser und einem Wasserschaden in mehreren Wohnungen endet.

Fundstelle:
Landgericht Hannover, Az.: V 19 S 1968/99, Urteil verkündet am: 23.03.2000

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