Bundeswehr birgt Panzer aus privatem Keller – Einsatz rechtswidrig?

Ein Weltkriegspanzer im privaten Keller. Mehrere Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Eine tagelange Bergung durch die Bundeswehr. Das ist wirklich ungewöhnlich und sorgt nun für Aufregung bis in höchste Kreise. Mittlerweile ist selbst das Verteidigungsministerium involviert.

Durch Ermittlungen im Rahmen verschollener Nazi-Kunst wurde man auf den 78 Jahre alten Sammler aufmerksam. In seinem Keller in Heikendorf (Schleswig-Holstein) fand man einen Panzer, ein Flakgeschütz, einen Torpedo sowie zwei G3 und MG42 Gewehre.

Die Bundeswehr rückte mit 20 Soldaten an und benötigte drei Tage um den 40 Tonnen schweren Panzer „Panther“ und die anderen Waffen aus dem Keller zu beschlagnahmen. Die Maßnahmen wurden von der Staatsanwaltschaft Kiel veranlasst, welche Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetzt vorwirft.

Der Anwalt des Rentners hält das Geschehene für rechtswidrig. Weder sei die Bergung nötig gewesen, noch sei die Bundeswehr dazu befugt. Aufgabengebiet der Bundeswehr sei Verteidigung und Katastrophenschutz, für eine solche Bergung gäbe es private Unternehmen. Außerdem hätte man die Räumlichkeiten während der Ermittlungen auch einfach nur versiegeln können. Im Übrigen seien die Waffen auch alle entmilitarisiert.

Ein Sprecher der Bundeswehr hingegen teilte mit, dass die Aktion der Bundeswehr vom Verteidigungsministerium im Rahmen eines Amtshilfeersuchen der örtlichen Polizei genehmigt worden war. Es fand sich kein privates Unternehmen, dass die Bergung des Panzers hätte stemmen können. Dies sei auch durch eine Einschätzung der Industrie- und Handelskammer bestätigt worden.

Das Vorliegen einer Entmilitarisierung der gegenständlichen Waffen lehnt die Staatsanwaltschaft ab. Ein Sachverständiger habe bestätigt, dass es sich um Kriegswaffen handelt. Die dürften nur mit Erlaubnis des Bundeswirtschaftsministeriums besessen werden, jedoch läge keine entsprechende Genehmigung vor.

Quelle:
SPON vom 03.07.15

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  • Bill Miller

    Einen Panther im Keller?
    WoW!
    Davon gibt s nicht mehr viele. War der noch fahrbar?
    DEN Keller würde ich mal gerne sehen.

  • Waldmeister

    Kleiner Nachtrag:
    Es hat anscheinend schon einmal eine Demilitarisierung vorgelegen. Ob sich die Anforderungen geändert haben? Keine Ahnung.
    Und der Panzer wurde vor einigen Jahren von der Bundeswehr (Wehrtechnische Dienststelle 41) auf Rechnung repariert…