Der verliebte Schöffe – E-Mail an Verteidigerin bringt Rotlicht-Prozess zum Platzen

In einem Hamburger Rotlicht-Prozess hat es ein Schöffe geschafft, mit einer E-Mail an eine Verteidigerin einen ganzen Prozess zum Platzen zu bringen – und muss nun die Kosten tragen.

Der Laienrichter schrieb nach einem Verhandlungstag unter dem Betreff „Hamburg meine Perle“ an eine Verteidigerin eine E-Mail, in der er bedauerte, sich nicht mehr von ihr habe verabschieden können.  Darüber hinaus schrieb er noch, er hätte gerne die „böse Staatsanwältin“ hauen wollen.

Daraufhin verlas die Anwältin, die einen der vier Angeklagten vertritt, die E-Mail im Gerichtssaal, worauf die Staatsanwaltschaft die Ablösung des Schöffen wegen Befangenheit beantragte. Diesem Antrag folgte das Amtsgericht Hamburg, worauf der seit 4. Juni laufende Prozess nun von vorne mit neuen Schöffen beginnen muss.

In der Folge verlas der Schöffe noch eine persönliche Erklärung, in der er sich entschuldigte und betonte, ein kommunikativer Mensch zu sein und bestritt, sich in die Verteidigerin verliebt zu haben.

Trotz der Entschuldigung trägt er dem Gerichtsbeschluss zufolge die anfallenden Kosten. Diese Summe wird auf einen 6-stelligen Betrag geschätzt.

In der Sache selbst sind vier Männer der sogenannten „Eros-Center-Gang“ wegen Körperverletzung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, auf St. Pauli einen Türsteher angegriffen zu haben, darunter soll einer der Angeklagten auch drei Frauen verletzt haben.

Fundstelle:
ORF.at

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